Wettbewerb

Die Gemeindevertretung hat am 24. Februar 2017 nach eingehender Diskussion den Beschluss gefasst das Siegerprojekt des Architekturbüros Baumschlager – Hutter aus Dornbirn mit einem neuen Gemeindezentrum und einem angrenzenden Wohnblock mit der Firma Hefel-Wohnbau aus Lauterach als Generalunternehmer, umzusetzen. Architekt Erich Steinmayr, Vorsitzender der Jury, erläuterte die Entscheidung der Jury für dieses Projekt Nr.1.

Ansicht von Westen/von Musikschule

Ansicht von Süden

Ansicht von Osten

Ansicht von Norden/Rosenstraße

Im März 2016 hat die Gemeindevertretung  mit einem Bauträger beschlossen, zur Errichtung eines neuen Gemeindezentrums und einer Wohnbebauung einen Wettbewerb mit sieben Architekten durchzuführen:
Baumschlager – Hutter, Dornbirn
Hugo Dworzak, Lustenau
Jochen Specht, Dornbirn
ARGE Spiegel / Michelon, Dornbirn
Julia Kick, Dornbirn
Helena Weber, Dornbirn
Dietrich – Untertrifaller, Bregenz
Zur Beurteilung der eingereichten Projekte wurde folgende Jury gebildet:
Architekt Erich Steinmayr, Feldkirch
Architekt Helmut Kuёss, Bregenz
DI Markus Aberer, Stadt Dornbirn
DI Uwe Bergmeister (Dkfm Helmut Schneider, Pfarrer Michael Meyer, Dr. Walter Werner), Dornbirn
Bmstr. Wilfried Hefel (DI Susanne Koller) Lauterach

Die Architekten hatten für den Wettbewerb von unserer Gemeinde einige Vorgaben bei der Planung zu berücksichtigen:
„Das neue Pfarrgemeindehaus soll ein attraktives, freundliches und zur
Kommunikation einladendes Zentrum sein, das grundsätzlich für jedermann
offen steht. Von besonderer Bedeutung ist das gestalterische, räumliche und funktionelle
Zusammenwirken von Kirche, Gartenanlage und Gemeindezentrum.
Dabei hat sich beim bestehenden Haus die umlaufende überdachte Terrasse als
Übergangsbereich von Innen und Außen hervorragend bewährt. Auch für den
Neubau wird ein vergleichbares Angebot gewünscht.
Der neu angelegte Rundweg um die Kirche ist die Hauptverbindung von
dieser zum Gemeindehaus und wird das auch künftig bleiben. Das Haus soll
eine identitätsstiftende Gestaltung aufweisen, die der gestellten Aufgabe
Ausdruck zu verleihen mag. Für alle Bereiche wird großer Wert auf helle, offene, freundliche und einladende Räume gelegt……“.

Das sehr detaillierte Raumprogramm sah folgende Teilsummen vor:
Zwischensumme Gemeindeverwaltung 80m²
Zwischensumme Pfarrerwohnbereich und Notwohnung 140 m²
Zwischensumme Nebenräume 115 m²
Zwischensumme Öffentlicher Bereich 355 m²
Gesamtsumme Nettoflächen Gemeindehaus 690 m²

Nach der Vorprüfung der eingereichten Projekte durch den Verfahrensbegleiter DI Manfred Türtscher, Dornbirn, hat die Jury am 10. Februar 2017 in einer 7-stündigen Sitzung die eingereichten Unterlagen, Pläne und Modelle, geprüft und bewertet. Alle Projekte entsprachen im Wesentlichen den Ausschreibungsbedingungen und zeigten ein großes Bemühen der Architekturbüros, für unsere Gemeinde ein schönes Projekt zu planen. Schlussendlich war es Aufgabe der Jury, aus den Projekten ein Siegerprojekt zu küren. Die Planung des Architekturbüros Baumschlager überzeugte letztendlich alle Jurymitglieder. Der Entwurf entsprach den städtebaulichen Anforderungen ebenso wie den Wünschen unserer Pfarrgemeinde. Insbesondere die Situierung und Öffnung des Gebäudes zur Kirche, die Trennung des öffentlichen Bereiches von Verwaltung und Wohnbereich und die klare Gliederung und Anordnung der Räume überzeugten die Jury.

Uwe Bergmeister

Protokoll
Über die am Freitag, dem 10.02.2017 stattgefundene Sitzung der Jury zur Beurteilung
der eingelangten sieben Wettbewerbsarbeiten für das Projekt
Pfarrgemeindehaus der evangelischen Pfarrgemeinde Dornbirn, Rosenstraße 8,
und Wohnbau.
Um 9.00 Uhr sind die unten und in der Auslobung angeführten Mitglieder des
Preisgerichtes vollzählig im Saal des evangelischen Pfarrheimes in der Rosenstraße in
Dornbirn zusammengetreten:
Fachpreisrichter:
Arch. Dipl. Ing. Erich Steinmayr
Arch. Dipl. Ing. Helmut Kuёss
Dipl. Ing. Markus Aberer, Stadtplanung Dornbirn
Sachpreisrichter:
Dipl. Ing. Uwe Bergmeister, evangelische Pfarrgemeinde
BM Wilfried Hefel, Hefel Wohnbau AG, Lauterach
Beratende Mitglieder:
Dkfm. Helmut Schneider, evangelische Pfarrgemeinde
Pfarrer Michael Meyer, evangelische Pfarrgemeinde
Dr. Walter Werner, evangelische Pfarrgemeinde
Dipl. Ing. Susanne Koller, Fa. Hefel Wohnbau AG, Lauterach
Vorprüfer:
Dipl. Ing. Manfred Werner Türtscher
Nach einleitenden Begrüßungsworten durch Dipl. Ing. Uwe Bergmeister wird Architekt
Erich Steinmayr zum Juryvorsitzenden und Architekt Helmut Kuёss zu dessen
Stellvertreter gewählt, die Schriftführung übernimmt Manfred Türtscher.
Von 9.15h bis 10.55h stellt der Vorprüfer die einzelnen Projekte vor und gibt einen
ersten Überblick über die Ergebnisse der Vorprüfung.
Im Anschluss werden die wesentlichen Themen der Aufgabenstellung diskutiert und
dabei unter anderen folgende Punkte angesprochen:
Wie verhält sich der Neubau des Pfarrheims zur bestehenden Kirche, welche
außenräumliche Qualität generiert der Dialog dieser beiden Gebäude.

Welche Haltung lässt der Wohnbau in Relation zum benachbarten Pfarrheim
erkennen.
Welches städtebauliche Konzept wird sowohl projektintern als auch im Kontext zur
Nachbarschaft durch die Setzung der Baukörper verfolgt.
Ist formale Eigenständigkeit oder zurückhaltende Architektursprache der richtige
Ansatz für den Umgang mit dem Kirchenbau.
Welche Baukörperdispositionen unterstützen den gewünschten Dialog des neuen
Pfarrgemeindehauses mit der Kirche und dem Außenraum.
Von 11.30h bis 12.30h werden in einer ersten Ausscheidungsrunde die einzelnen
Projekte durch die Fachjuroren vorgestellt und seitens des Gremiums einstimmig
entschieden, dass die Projekte 2, 3, 5 und 7 aus der weiteren Wertung genommen
werden. Es verbleiben somit die Beiträge mit den Nummern 1, 4 und 6.
Nach einer kurzen Pause wird um 12.45h der zweite Wertungsdurchgang gestartet.
Nach vertiefter Analyse der verbliebenen drei Projekte wird jenes mit der Nr. 4
einstimmig ausgeschieden.
Der unterschiedliche Ansatz der verbliebenen beiden Projekte 1 und 6 führt zu einer
umfassenden Diskussion über die Vor- und Nachteile der jeweiligen Konzepte. Der
Antrag des Vorsitzenden das Projekt mit der Nr. 1 zur weiteren Bearbeitung zu
empfehlen wird einstimmig angenommen. Ende des zweiten Durchganges 13.35h.
Projektbeschreibungen.

Projekt 1:
Der Projektverfasser situiert sowohl den Wohnbau als auch das Pfarrgemeindehaus in
der Folge der Bauflucht der Musikschule., Dadurch öffnet sich der volle Blick aus der
Rosenstraße auf die Kirche und den mit dem Pfarrhaus winkelförmig generierten
Umraum erst aus der Nähe beim Erreichen des Ensembles. Es zeigt sich ein eindeutig
zuordenbarer Freiraum im Umfeld der Kirche mit qualitätsvoller Öffnung und
Erschließung der Gemeinschaftsräume und der Pfarrgemeindeverwaltung.
Der Wohnbau ist klar in das Parkgelände gesetzt und vermag am definierten Ort so
eine natürlich wirkende Gebäudesequenz mit durchgreifenden Grünbereichen zu
schaffen.
Die Versetzung der nördlichen Baukörperhälfte ist in Zusammenhang mit dieser
Reihung nachvollziehbar und optimiert zudem die Belichtungsmöglichkeiten.
Die strukturelle, formale und materialtechnische Ausführung lässt eine subtile
Gewichtung hinsichtlich der Bedeutung der einzelnen Bauten erkennen, denen
offenbar auch ein semiotisches Konzept unterlegt ist. So wird aus Kirchenbestand
und Pfarrgemeindehaus ein spezielles Ensemble, wobei der Wohnbau als integratives
Element zur Musikschule lesbar ist.
Die grundsätzliche Proportion der Pfarrräume im EG ist stimmig und räumlich
qualitätsvoll, abgesehen von einigen notwendigen Korrekturen, ebenso die Position
der Pfarrgemeindewohnungen im 1. OG.
Die Orientierung der Wohnungen im Wohnbau erscheint optimiert und gewinnt
zusätzlich durch die beschriebene Verschiebung.

Empfehlungen der Jury für die Weiterbearbeitung:
– Die räumliche Nähe zum Tulpenbaum ist gegenüber der aktuell
vorgeschlagenen Form zu korrigieren, Dabei ist auch die Richtung und
Führung der Freitreppe auf das Niveau des Kirchenumraumes weiterzudenken.
Eventuell ist in diesem Zusammenhang ein weiteres Abrücken des
Pfarrgemeindebaues nach Süden zu überlegen.
– Die Saalnebenräume, insbesondere die Küche, sind in der aufgezeigten Art als
gefangene Räume nicht ideal und sollten anders situiert werden.
– Der eingeschlossene westliche Freiraum über dem Saal ist nicht verständlich
und sollte geändert zu einer entschiedeneren und klareren Lösung führen.
– Die Einfahrtsrampe und der westliche Geländeüberstand der Tiefgarage
sollten abgesenkt werden um damit die Wirksamkeit des Parkraumes in
Richtung Rosenstraße zu verbessern.

Projekt 2:
Das Konzept zeigt zwei Baukörper, die bezogen auf ihre Längsausrichtung senkrecht
zur Rosenstraße positioniert sind.
Das Pfarrgemeindehaus ist im südlichen Bereich
dreigeschossig gestaltet. Richtung Rosenstraße ist der Veranstaltungsraum in einem
eingeschossigen Baukörper positioniert. Im südlich aufgesetzten Bauteil liegt die
Wohnung des Pfarrers. Das Pfarrgemeindehaus ist in der Fassade straßenseitig leicht
abgeschrägt, wodurch eine Geste zur Freistellung der Kirche angedeutet wird.
Verschiedene Lammellen-Fassadenelemente differenzieren die Gebäudevorzonen
und sollen Bezüge zur Kirche herstellen.
Der Wohnbau zeigt einen ähnlichen städtebaulichen Fußabdruck wie das
benachbarte Pfarrgemeindehaus. Die Zufahrt zur Tiefgarage liegt am westlichen
Grundstücksrand. Die Tiefgarage ist nur über den Wohnbau erschlossen, für die
Unterbringung der Kellernebenräume ist ein unverhältnismäßig aufwändiges zweites
Untergeschoß vorgesehen.
Durch die Anordnung der Baukörper entsteht ein Außenraum zwischen Kirche und
Gemeindehaus, der sich zur Bockackerstraße öffnet und hauptsächlich als Vorplatz
genutzt ist. Ein qualitätsvoller und für die Pfarrgemeinde als Kommunikationsraum sehr
wichtiger Außenbereich ist bei diesem Ansatz nicht erkennbar.
Auch der Bereich zwischen Wohnbau und Pfarrgemeindehaus zeigt wenig
räumlichen Qualitäten.
Kirche und Pfarrgemeindehaus stehen in einem eher indifferenten Bezug zueinander
und lassen einen interessanten Dialog vermissen. Die Abschrägung der nördlichen
Lamellenfassade vermag dieses Defizit nicht zu kompensieren.
In der Organisation des Gemeindehauses wirkt sich die Lage der Verwaltung im
1.OG nachteilig aus.
Der Hauptzugang zum Saal ist so gelegt, dass kein Bezug zum eigentlichen
Außenraum zwischen Kirche und Gemeindehaus besteht. Hingegen zeigt der
Innenraum im EG einen starken Bezug zum Vorplatz.
Die Struktur des Wohnbaues ist sehr nachteilig gestaltet, die langen, schmalen und
schlecht belichteten Erschließungsgänge dokumentieren dies. Den Anforderungen
an einen qualitätsvollen Wohnbau kann kaum entsprochen werden.
Das Konzept zeigt Mängel und kann der besonderen städtebaulichen Situation nicht
gerecht werden.

Projekt 3:
Ein unregelmäßig geformter Baukörper des Pfarrgemeindezentrums öffnet einen
Außenraum in Richtung Kirche, der auch von der Rosenstraße zur Bockackerstraße
durchfließt. Der viergeschossige Wohnbau liegt als kompakter Baukörper an der
vorgegebenen Stelle.
Das Gemeindehaus ist in Richtung Kirche als eingeschossiges Volumen gestaltet. In
Richtung Wohnbau wird die Geländestufe durch ein weit zurückgesetztes
Untergeschoß übernommen. Die Wohnung des Pfarrers ist als orthogonale Struktur
auf der Freiform des Gemeindehauses aufgesetzt, wodurch das Konzept dieses
besonderen Baukörpers verwässert wird. Das dürfte auch der Grund dafür sein, dass
dieses aufgesetzte Geschoß in der Plandarstellung fast gänzlich ignoriert und im
Modell nur sehr mangelhaft dargestellt wurde. Diese Tatsache konterkariert leider
den entwerferischen Ansatz.
Das Raumangebot im UG des Pfarrgemeindehauses ist aufgrund der mangelhaften
Belichtungssituation nicht machbar.
Der Wohnbau vermag einem höheren Anspruch gerecht zu werden, zeigt jedoch
erhebliche Mängel im Erschließungsbereich, der zu eng gestaltet ist.
Das Foyer des Pfarrgemeindehauses hat einen guten Bezug zum Außenraum, beim
Saalbereich ist dies nicht gegeben. Die Verwaltung ist ebenfalls gut situiert. Auch die
direkte innere Verbindung zum Saalbereich ist vorteilhaft.
Die Tiefgarage ist schwerpunktmäßig unter dem Wohnbau situiert, ein sehr
aufwändiger Verbindungsgang führt zum Stiegenhaus des Pfarrgemeindegebäudes.
Das Gesamtkonzept zeigt teilweise nachvollziehbare Ansätze, ist jedoch in einigen
Punkten nicht zu Ende gedacht.

Projekt 4:
Der Verfasser stellt das Pfarrheim zwei- bis dreigeschossig parallel an die Südgrenze
des pfarrlichen Grundstücks. Die Kirche bleibt dadurch schön freigestellt. Durch diese
Wahl der Lage entsteht zur Rosenstraße ein großer Garten, der gut nutzbar ist.
Allerdings vermittelt er eher den Eindruck eines öffentlichen Gartens als jenen eines
Pfarrgartens für die Pfarrgemeinde. Die gewählte Situierung des Saals erzeugt keine
optimale räumliche Kommunikation zur Kirche. Seitens der Pfarre wird die Lage des
Pfarrbüros im Obergeschoss als nachteilig betrachtet. Küche und Saal werden durch
das Foyer getrennt, was aus funktioneller Sicht kritisiert wird.
Die Anlage eines „Gässeles“ vom Saaleingang über den Wohnbauteil bis zur
Musikschule ist angesichts der ortsbaulich sehr schön integrierten Rosenstraße schwer
verständlich und wirkt überzeichnet. Dieses „Gässele“ trennt den Wohnbau mit einer
sehr engen Fuge in zwei Teile, wodurch es zu Belichtungsdefiziten kommt. Die
Wohnnutzfläche ist aus Sicht der Wirtschaftlichkeit des Gesamtprojekts deutlich zu
gering.

Projekt 5:
Das Projekt umrahmt mit dem winkelförmigen Pfarrheim die Kirche, deren solitäre
Bedeutung damit erhalten bleibt. Der Saal wird eingeschossig ausgeführt, das
weitere Programm des Pfarrheims verteilt sich auf vier Geschosse, was in einer zu
engen Nachbarschaft mit dem ebenfalls viergeschossigen Wohnbau zu einer großen
räumlichen Enge führt. Durch die Integration der Garagenrampe in den
Wohnbaukörper erzielt der „Platanengarten“ eine große außenräumliche Qualität.
Das neu gestaltete und unmittelbare Umfeld der Kirche wird durch den neuen
„Pfarrhof“ sehr schön erweitert.
Foyer, Saal, Küche sind funktional gut angeordnet; die Blickbeziehung vom Saal zur
Kirche ist reduziert. Die Bibliothek liegt an sehr prominenter Stelle. Die Lage der
Pfarrverwaltung im Obergeschoss ist aus funktioneller Sicht nachteilig.
Der Habitus des Pfarrheims vermittelt – abgesehen vom Saal – eher den Eindruck des
kleineren „Wohnbaubruders“ als jenen eines Gemeindehauses einer Pfarrgemeinde.

Projekt 6:
Das Pfarrgemeindehaus sowie der Wohnbau sind an der Rosenstraße in etwa in die
Flucht der Musikschule gesetzt. Der Umraum der Kirche eröffnet sich beim Erreichen
des Pfarrhauses und zeigt sich als qualitätsvoll geformter Ort zwischen Rosenstraße
und Bockackerstraße. Der zum Skelettbau aufgelöste Wohnbau und die freie
Geometrie des Pfarrhauses im Ensemble mit der Kirche zeigen formal stark
differenzierte Baukörper, deren Bedeutung und Gewichtung mit- und zueinander
nicht eindeutig festlegbar scheint. Aus der bloßen strukturellen Unterschiedlichkeit
lässt sich nicht unmittelbar ein Konzept hinsichtlich der Semiotik des Ensembles
erkennen. Während dem Wohnbau ein klares räumliches und konstruktives Konzept
zugrunde gelegt ist, erscheint die räumliche Ausformung des Pfarrhauses in einigen
Bereichen noch vage und unausgereift, der Baukörper zeigt sich noch in nicht
wirklich ausgewogener Ambivalenz zwischen Körperkontur, Konstruktion und
Öffnungen. Als Holzbau, wie vorgeschlagen, erscheint der angedachte Körper
weder wirklich stimmig noch unmittelbar ausführbar.
Während Saal und Bürozone räumlich klar konzipiert sind, zeigen sich der Vorbereich,
die Erschließungen sowie die Bibliothek kleinräumig und noch zu unentschieden. Der
Freiraum zwischen Pfarrhaus und Wohnbau hingegen ist von erheblicher Qualität,
ebenso sind die Disposition sowie die Orientierung der Wohnräume überzeugend.
Insgesamt ein qualitätsvoller Beitrag zum Verfahren.

Projekt 7:
Bei diesem Projekt wird der Versuch unternommen die Bauaufgabe mit vier
unterschiedlich großen, quadratischen Baukörpern zu lösen. Die Setzung der
Gebäude lässt beliebige, kleinteilige Außenräume ohne strukturelle Bezüge
entstehen. Der als wichtig beschriebene gedeckte Außenbereich beim
Pfarrgemeindehaus fehlt völlig, die Eingangssituation verfügt nicht einmal über ein
Vordach. Die innere Organisation ist kleinteilig und von Fluren bestimmt, räumliche
Qualitäten werden vermisst. Der Wohnbereich des Pfarrgemeindehauses ist in einem
eigenen Haus untergebracht, wobei auch bei diesem Gebäude unverständliche
Grundrisslösungen vorgeschlagen werden.
Der Wohnbau ist auf zwei, durch eine schmale Gasse getrennte und gegeneinander
durch einen Sockel beim nördlichen Baukörper, höhenversetzte Gebäude gebildet.
Dieses Konzept führt zu aufwändigen Erschließungen und zu schlecht belichteten
Wohnungsbereichen. Das konzeptionelle Scheitern zeigt sich auch in der
Organisation der Untergeschoße: beim Nordbaukörper zwei viel zu niedrige Ebenen,
beim südlichen Teil ein überhohes Einzelgeschoß.
Als zumindest unerfreulich, wenn nicht gar als bedenklich, werden die falschen
Angaben zu den Wohnungsgrößen bewertet, liegt die Differenz zwischen den
Planangaben und den tatsächlich gezeichneten Wohnnutzflächen immerhin bei
224m² Fehlfläche.

Gegen 15.10h werden die Verfasserbriefe mit folgendem Ergebnis geöffnet:

Projekt 1: Kennzahl 111483 – Siegerprojekt.
Architekturbüro Baumschlager Hutter Partners
Rathausplatz 4
6850 Dornbirn

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