Gottesdienste

Alle Gottesdienste sind bis Ende April 2020 abgesagt.

Heilandskirche Dornbirn. Foto: U.Bergmeister

Anstelle des ausgefallenen Gottesdienstes können Sie die Videoproduktion rechts ansehen, und hier unten den Predigttext zur Videoproduktion in der Heilandskirche Dornbirn zum jeweiligen Sonntag lesen:

 

 

 

Gottesdienst aus der Heilandskirche zum Gründonnerstag (9. April 2020)

Textauswahl und Predigtmeditation: Pfarrer Hans Jaquemar, Liechtenstein
Sprecher: Michael Meyer, Peter Pfenning
Orgel: Helmut Binder
Technik: Walter Werner

Orgelvorspiel

Lied:EG 607 When Israel was in Egypt’s land (Spiritual)
1. When Israel was in Egypt’s land, let my people go, / Oppress’d so hard they could not stand, let my People go.
Refrain: Go down, Moses, / Way down in Egypt land, / Tell old Pharaoh, / Let my people go.
2. Thus saith the Lord bold Moses said: Let my people go, / If not I’ll smite your firstborn dead. Let my People go. Ref.: Go down, Moses, …

Deutsche Version
1. Als Israel in Ägypten war, lass mein Volk doch zieh’n! / Das Joch nicht zu ertragen war, lass mein Volk doch zieh’n!
Refrain: Geh‘ hin, Moses, / geh‘ nach Ägypten hin. / Sag‘ dem Pharao: / Lass mein Volk doch zieh’n!
2. Verkündet Moses Gottes Zorn: Lass mein Volk doch zieh’n! / Wenn nicht, töt‘ ich die Erstgebor’n! Lass mein Volk doch zieh’n!“ Ref.: Geh hin, Moses, …

Votum, Begrüßung und Eröffnung (Michael Meyer)
Unser Anfang steht im Namen Gottes, der Himmel und Erde gemacht hat.
Der uns frei macht aus der Versklavung an die Macht des Todes,
Feiert mit uns das Leben, stärkt uns Herzen und Hände
Und ermutigt uns zu einem Leben in der Hoffnung auf sein kommendes Reich.
Ich begrüße Sie zu dieser Feier des Gründonnerstags online – Brot und Abendmahlskelch stehen heute hier bereit, als Zeichen der Vergebung und befreiender Gemeinschaft.
Nehmen auch Sie zuhause sich ein Brot, ein Glas Wein und feiern Sie mit an diesem Tag der Einsetzung des Abendmahls.
schəma jisrael adonai elohenu adonai echad – Höre Israel! Der Ewige, unser Gott, der Ewige ist eins.
Verbunden mit dem Judentum, das in diesen Tagen Passa feiert und an den Auszug aus Ägypten erinnert, feiern wir Abendmahl wie Jesus. Wie er in seiner Feier sprechen wir den Psalm 111:

Psalm 111 (EG 744)
Halleluja!
Ich danke dem HERRN von ganzem Herzen
im Rate der Frommen und in der Gemeinde.
2 Groß sind die Werke des HERRN;
wer sie erforscht, der hat Freude daran.
3 Was er tut, das ist herrlich und prächtig,
und seine Gerechtigkeit bleibt ewiglich.
4 Er hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder,
der gnädige und barmherzige HERR.
5 Er gibt Speise denen, die ihn fürchten;
er gedenkt auf ewig an seinen Bund.
6 Er lässt verkündigen seine gewaltigen Taten seinem Volk,
dass er ihnen gebe das Erbe der Völker.
7 Die Werke seiner Hände sind Wahrheit und Recht;
alle seine Ordnungen sind beständig.
8 Sie stehen fest für immer und ewig;
sie sind geschaffen wahrhaftig und recht.
9 Er sandte Erlösung seinem Volk /
und gebot, dass sein Bund ewig bleiben soll.
Heilig und hehr ist sein Name.
10 Die Furcht des HERRN ist der Weisheit Anfang. /
Wahrhaft klug sind alle, die danach tun.
Sein Lob bleibet ewiglich.

Evangelium nach Johannes 11, 1-15
Vor dem Passafest aber erkannte Jesus, dass seine Stunde gekommen war, dass er aus dieser Welt ginge zum Vater. Wie er die Seinen geliebt hatte, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende. 2 Und nach dem Abendessen – als schon der Teufel dem Judas, dem Sohn des Simon Iskariot, ins Herz gegeben hatte, dass er ihn verriete; 3 Jesus aber wusste, dass ihm der Vater alles in seine Hände gegeben hatte und dass er von Gott gekommen war und zu Gott ging – 4 da stand er vom Mahl auf, legte seine Kleider ab und nahm einen Schurz und umgürtete sich. 5 Danach goss er Wasser in ein Becken, fing an, den Jüngern die Füße zu waschen und zu trocknen mit dem Schurz, mit dem er umgürtet war.
6 Da kam er zu Simon Petrus; der sprach zu ihm: Herr, du wäschst mir die Füße? 7 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich tue, das verstehst du jetzt nicht; du wirst es aber hernach erfahren. 8 Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen! Jesus antwortete ihm: Wenn ich dich nicht wasche, so hast du kein Teil an mir. 9 Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt! 10 Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, bedarf nichts, als dass ihm die Füße gewaschen werden; er ist vielmehr ganz rein. Und ihr seid rein, aber nicht alle. 11 Denn er wusste, wer ihn verraten würde; darum sprach er: Ihr seid nicht alle rein.
12 Als er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider und setzte sich wieder nieder und sprach zu ihnen: Wisst ihr, was ich euch getan habe? 13 Ihr nennt mich Meister und Herr und sagt es mit Recht, denn ich bin’s auch. 14 Wenn nun ich, euer Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt auch ihr euch untereinander die Füße waschen. 15 Denn ein Beispiel habe ich euch gegeben, damit ihr tut, wie ich euch getan habe.

Lied: EG 607 When Israel was in Egypt’s land (Spiritual)
3. No more shall they in bondage toil, let my people go. / Let them come out with Egypt’s spoil! Let my People go. Ref.: Go down, Moses, …
4. O let us all from bondage flee. Let my people go, / And let us all in Christ be free. Let my People go. Ref.: Go down, Moses, …

Deutsche Version
1. Als Israel in Ägypten war, lass mein Volk doch zieh’n! / Das Joch nicht zu ertragen war, lass mein Volk doch zieh’n!
Refrain: Geh‘ hin, Moses, / geh‘ nach Ägypten hin. / Sag‘ dem Pharao: / Lass mein Volk doch zieh’n!
2. Verkündet Moses Gottes Zorn: Lass mein Volk doch zieh’n! / Wenn nicht, töt‘ ich die Erstgebor’n! Lass mein Volk doch zieh’n!“ Ref.: Geh hin, Moses, …
3. Genug der Knechtschaft, Last und Fron! Lass mein Volk doch zieh’n! / Lass zieh’n es mit Ägyptens Lohn! Lass mein Volk doch zieh’n! Ref.: Geh hin, Moses, …
4. Aus Unterdrückung uns befrei‘, lass mein Volk doch zieh’n! / In Christus sind wir alle frei, lass mein Volk doch zieh’n! Ref.: Geh hin, Moses, …

Predigttext: 1. Korintherbrief 11, 23-32
23 Denn ich habe von dem Herrn empfangen, was ich euch weitergegeben habe: Der Herr Jesus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, 24 dankte und brach’s und sprach: Das ist mein Leib für euch; das tut zu meinem Gedächtnis. 25 Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; das tut, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis. 26 Denn sooft ihr von diesem Brot esst und von dem Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.
27 Wer also unwürdig von dem Brot isst oder von dem Kelch des Herrn trinkt, der wird schuldig sein am Leib und Blut des Herrn. 28 Der Mensch prüfe aber sich selbst, und so esse er von diesem Brot und trinke von diesem Kelch. 29 Denn wer isst und trinkt und nicht bedenkt, welcher Leib es ist, der isst und trinkt sich selber zum Gericht. 30 Darum sind auch viele Schwache und Kranke unter euch, und nicht wenige sind entschlafen. 31 Wenn wir uns selber richteten, so würden wir nicht gerichtet. 32 Wenn wir aber von dem Herrn gerichtet werden, so werden wir gezüchtigt, auf dass wir nicht samt der Welt verdammt werden.

Meditation (Michael Meyer)
„Er nahm das Brot, danke und brach*s und gab‘s seinen Jüngern“.
Liebe Gemeinde,
miteinander teilen – das tun wir auch im Alltag. Wir teilen was wir zum Leben und Überleben brauchen. In diesen Tagen ist das besonders wichtig: Teilen von medizinischer Hilfe, austeilen von Masken und Schutzkleidung, eben alles, was in der Corona-Krise die Not wendet.
Das Teilen ist eine besondere Tugend. Ohne sie können wir nicht leben. „…denn wer glaubt, dass Gott ihn liebt, wird nicht ärmer, wenn er gibt.“, heißt es in einem Abendmahlslied. Von der Arbeitsteilung zuhause oder in der Arbeit, bis hin zum Teilen von Nachrichten in den sozialen Medien reicht die Palette der Möglichkeiten. Teilen ist Zeichen von Gemeinschaft und Solidarität.
Wo wir Brot teilen, weisen wir hin darauf, dass wir nur miteinander das Leben leben können. Ohne die anderen können wir nicht leben. Keiner ist eine Insel.
Aber die Bereitschaft zu teilen ist auf dieser Erde zwiespältig. Vieles misslingt. Im globalen Rausch des Kapitalismus wird nicht geteilt, nur gehortet. Aber das muss sich ändern. Auch weil es unserem Glauben widerspricht. Das Teilen, die Hingabe, das sich-selbst-verschenken hat Jesus bis zuletzt durch seinen Tod am Kreuz vorgelebt. In Erinnerung an die Befreiung Israels teilt er Brot und Wein mit seinen Freunden und Freundinnen.
Ungesäuertes Brot, die sogenannte Mazze erinnert an die Eile mit der Israel aufbrach: da war keine Zeit gesäuertes Brot zu backen. Der Wein erinnert an die Verheißung der Propheten, dass Gott den Messias senden wird. Salzwasser erinnert an all die Tränen, die Menschen weinen und weinten, das Ei ist ein Symbol neuen Lebens, Bitterkräuter blicken zurück auf die Zeit der Knechtschaft und Unterdrückung. Das Lamm erinnert an den Abend, an dem die Pest die Häuser der Israeliten auslies, weil sie am Türstock mit Lammblut gekennzeichnet hatten.
Jesus nimmt die Mazze an jenem Passa-Abend, teilt sie und gibt sich selbst hin, das eigene Leben: Mein Leib, für euch gegeben, mein Blut für euch vergossen, zu meinem Gedächtnis. Am Kreuz wird Jesus zum Christus.
Und überall wo heute ein Mensch im Namen Jesu teilt, sich hingibt und herschenkt, da erfahren wir Gottes Gegenwart in Menschengestalt – mitten unter uns. Liebe ist stärker als der Tod. Unser Teilen ist auch die Ansage einer neuen Zeit, in der Heil und Heilung, Vergebung und Neubeginn gefeiert werden, ein Anbruch des Reiches Gottes inmitten einer Welt voll Not und Schuld. Gott schenkt Befreiung und Erlösung.
Weil wir das zu Gründonnerstag feiern, ist die liturgische Farbe dieses Tages auch weiß: Die Farbe des Lichtes und des Lebens. Hans Jaquemar hat die Einsetzungsworte wie Paulus sie überliefert ausgelegt. Sie finden seine Meditation auf unserer Homepage.
Er hält einen ganz besonderen Rat für Sie bereit: Nämlich wirklich zuhause heute Abend miteinander zu feiern und zu beten. Teilen Sie diese Nachricht und reden sie darüber: wo wir teilen, wird alles gut. Amen.

Predigtmeditation (Hans Jaquemar)
Zur Erinnerung an die Rettung aus der ägyptischen Knechtschaft begingen die Jünger mit Jesus nach ihrer jüdischen Tradition das Passahmahl. Geborgen in einem geschützten Raum und nah beisammen. Zusammensein, sich nah sein und spüren, das ist gut und heilsam. Und miteinander essen. Das können wir jetzt nicht. Wir sind nur medial vernetzt. Zum Glück; aber es ist nur ein Ersatz. Doch vielleicht kann uns das aus der besonderen Situation heraus für die Zukunft das Wesentliche, das wir jetzt vermissen, nur bewusster machen. Bis wir dann das Evangelium nicht nur hören, sondern mit anderen Sinnen „schmecken“ und erfahren.
Zwei Bibeltexte bestimmen diesen Gründonnerstag:
Im Johannesevangelium lesen wir von der Fußwaschung vor dem Mahl, dass Jesus diesen niederen Dienst tut – ist das nicht auch ein fast sakramentales Zeichen?
Und im 11. Kapitel des 1. Korintherbriefes schreibt uns Paulus den ältesten Text von der Einsetzung des Abendmahles. Er stellt ~ihn in einen realen Zusammenhang: „würdig“ dieses Mahl begehen heißt, die Hungrigen nicht vergessen.-
Das ist ja ganz wesentlich an der Botschaft Jesu und an seinem Leben und Handeln: Sakrales und Profanes, Heiliges uns Weltliches sind nicht getrennt, das gehört in seinem Geist zusammen – ist eigentlich eins.
Jesus folgt an diesem Abend vor dem Passahfest der jüdischen Tradition. Man isst das im Tempel geschlachtete Opferlamm.
Und nun sprengt er den üblichen Rahmen: Er nimmt Brot, bricht es und teilt es unter sie aus: „Mein Leib – Ich – für euch gegeben“. Frei aller lehrhaften Deutungen – das Zeichen ist deutlich:
Ich bin euer Lebensbrot. Wenn ich mir diese Szene vorstelle, so haben die Jünger wohl besonderes gespürt, wohl aber nicht ganz begriffen.– Und dann essen sie vom Lamm. Doch da steht noch der Kelch. Zur Erinnerung an den Auszug aus Ägypten bekam das Passahmahl noch einen weiteren Sinn: Die Hoffnung auf den kommenden Messias. – Von einer jüdischen Bekannten habe ich erfahren, dass
von diesem Kelch solange nicht getrunken wird, bis der Messias kommt. Und nun geschieht das zweite Überraschende: Jesus nimmt den Kelch und sagt (nicht: das ist mein Blut) sondern: dieser Kelch ist
der neue Bund in meinem Blut. Im Nehmen des Kelchs und dem Trinken
sagt und zeigt er : Ich – der Erwartete, der Messias bin da. Ich bin’s. (Damit wird für mich auch die übliche Deutung: Brot= Leib, Wein =Blut nebensächlich und hinfällig) Und: ER trinkt aus dem Kelch! Wesentlich scheint mir, sich in das, was uns da – schon in der Fußwaschung und dann in dem so anders verlaufenden Passahmahl überliefert ist: Jesus sprengt, wie er es ja auch sonst immer wieder tut, den üblichen Rahmen, er provoziert geradezu, um das Neue, das er bringt und das er ist, zu zeigen. Dazu gehört auch, dass das Kommen des Messias nicht in einem Triumph endet, sondern sich in und durch das Kreuz in der Auferstehung vollendet.
Wir können uns jetzt im Besinnen, im Bewusstmachen dieser uns überlieferten Geschichte das Geschehen dieses Abends deutlich machen und im Geist aneignen. Oder – warum nicht – in dem Kreis, in der Runde, in der wir beisammen sind, nicht in der Kirche, sondern zu Hause „feiern“ …. Brot und Wein – und Bibel – sind ja bereit – und beten: „Komm, Herr Jesu, sei unser Gast und segne, was du uns bescheret hast.“
Komm, Herr Jesus, kehre bei uns ein und lass uns in der Gemeinschaft mit dir und untereinander froh und heil werden. Amen

Lied: EG 225 Komm, sag es allen weiter
Refrain: Komm, sag es allen weiter, / ruf es in jedes Haus hinein! /
Komm, sag es allen weiter: / Gott selber lädt uns ein.
1. Sein Haus hat offne Türen, / er ruft uns in Geduld, / will alle zu sich führen, / auch die mit Not und Schuld.
2. Wir haben sein Versprechen: / Er nimmt sich für uns Zeit, / wird selbst das Brot uns brechen, / kommt, alles ist bereit.
3. Zu jedem will er kommen, / der Herr in Brot und Wein. / Und wer ihn aufgenommen, / wird selber Bote sein.
Text: Friedrich Walz 1964 Melodie: nach dem Spiritual »Go, tell it on the mountains«

Gebet
Umrahmung mit dem Taizé-Gesang:
„Bleibet hier und wachet mit mir, wachet und betet, wachet und betet“ (EG 789.2)

Gott, Du lädst uns ein an Deinen Tisch.
Wie am Abend von der Kreuzigung.
Damals saß Dein Sohn mit seinen Freunden zusammen.
Wie immer und trotzdem anders.
Es braute sich etwas Großes zusammen, das spürten sie.
Sie wollten zusammenbleiben.
Und am liebsten, dass alles so bleibt.
(Gesang: Bleibet hier…)

Gott, Du lädst uns ein an Deinen Tisch.
Der ist gedeckt mit Brot und Kelch.
Auch mit unserem Lebenssplittern.
Was wir nicht verzeihen können, das liegt da auch auf dem Tisch.
Was wehtut und sticht.
Das darf da liegen.
Und will verwandelt werden.
(Gesang: Bleibet hier…)

Gott, Du lädst uns ein an Deinen Tisch.
Zusammen essen – zusammen beten.
Zu Gast sein bei Dir.
Zeigen was ist, hinhalten was leer ist.
Du siehst und wandelst und füllst.
Sogar Judas sitzt da. Will verwandelt werden.
(Gesang: Bleibt hier…)

Gott, Du lädst uns an den Tisch.
Du sagst: Friede sei mit Dir. Und mit Dir und mit Dir.
Friede mit dem eigenen Leben.
Auch mit dem von Deinen Eltern und Großeltern.
Du hast sie nicht gewählt. Auch Dein Land nicht.
Und wenn Du zornig bist,
wirf Deinen Zorn auf den Tisch.
Hier darf er sein.
(Gesang: Bleibet hier…)

Gott, wir singen und beten.
Wir essen Dein Brot und trinken aus Deinem Kelch.
Brot des Lebens und Kelch des Heils.
Dein Geheimnis, Dein Geschenk.
Dein Abschied und Dein Wiederkommen.
Wir lassen uns von Dir versöhnen.
Heute und immer.
Amen.
© https://www.velkd.de/gottesdienst/wochengebet.php?litDay=27#archiv
Vater unser
Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Abkündigungen
Die Kollekte des heutigen Sonntags erbitten wir für unser neuerbautes Gemeindezentrum. Angesichts der Corona-Krise wird es schwer werden, alle eingegangenen Verpflichtungen pünktlich einzuhalten. Wir hoffen auf die Unterstützung der Gemeinde und danke für die Einzahlung auf das Pfarrgemeindekonto. Sie können Ihre Kollekte auch in einem Briefumschlag in unseren Briefkasten legen.
In der Karwoche werden wir die Heilandskirche in Dornbirn täglich von 15 – 17 Uhr für Betende offen halten.
Pfarrer Meyer wird in ORF Vorarlberg jeweils um 11:45 Uhr von Montag bis Freitag mit einem Gedanken zum Tag zu hören sein.
Am Karfreitag und Ostersonntag feiern wir Gottesdienst online. In den Videoaufnahmen auf der Homepage können sie mit uns feiern – so bleiben wir verbunden, auch wenn wir dieses Jahr nicht in der Kirche sein können.
Im ORF-Fernsehen beginnt am Karfreitag um 9.30 Uhr ein evangelischer Gottesdienst aus der Kapelle des Evangelischen Zentrums in Wien. Der lutherische Bischof Michael Chalupka und Pfarrerin Anne Tikkanen-Lippl feiern mit der Fernsehgemeinde in ORF 2.
Karfreitag wird der Gottesdienst in Vorarlberg um 19 Uhr im Dom zu Feldkirch live vom ORF übertragen. In diesem Gottesdienst hat Bischof Benno Elbs die evangelische Pfarrerin in Feldkirch, Barbara Wedam, eingeladen die Predigt zu halten. Auf diese Weise setzen unsere Kirchen gemeinsam ein Zeichen für den höchsten Feiertag unserer Kirche.
Am Ostermontag wird der Gottesdienst aus Mödling (NÖ) um 10 Uhr auf den Regionalsendern des ORF ausgestrahlt (ausgenommen Radio Wien). Mit der Gemeinde feiert der lutherische Bischof Michael Chalupka gemeinsam mit der evangelischen Ortspfarrerin Anne Tikkanen-Lippl und Diözesan¬kantorin Sybille von Both.
Ich schließe mit einem Wort aus dem Hebräerbrief: Gutes zu tun und mit andern zu teilen vergesst nicht; denn solche Opfer gefallen Gott. (Hebr. 13, 16)

Segen
Der Herr segne und behüte uns. Er lasse sein Angesicht leuchten über uns
und sei uns gnädig, er erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns seinen Frieden. Amen.

Orgelnachspiel

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Gottesdienst aus der Heilandskirche zu Palmsonntag (5. April 2020)

Lesung, Textgestaltung, sowie Predigtmeditation: Stefan Buschauer.
Mitwirkende in der Videofassung: Michael Meyer (Pfarrer), Peter Pfenning (Lektor), Helmut Binder (Orgel), Technik (Walter Werner)
Videoproduktion Palmsonntag – Heilandskirche am 5. 4. 2020

Orgelvorspiel

Votum, Begrüßung und Eröffnung
Unser Anfang steht im Namen Gottes, der Himmel und Erde gemacht hat.
Unser Leben schenkt uns Gottes Güte
Unsere Hoffnung setzen wir nicht auf Macht und Herrlichkeit,
sondern auf die messianische Liebe Jesu Christi.
In seinem Geist werden wir verbunden in der Wahrheit, die uns verbindet als Menschen, die füreinander da sind und miteinander leben in der Hoffnung auf Gottes neue Welt.

Ich begrüße Sie in unserer Heilandskirche am Palmsonntag.
Klingt recht vollmundig, was wir da feiern – mitten in der Corona-Krise!
Die meisten rufen derzeit eben nicht Halleluja,
wie die Kinder am Wegrand, die den einziehenden Jesus zu Palmsonntag als König empfangen.
Wir beten mit Worten aus dem 69. Psalm. Sie finden sie im evangelischen Gesangbuch unter der Nummer 739. Ich lese in der Fassung der Zürcher Bibel.

Psalm 69, Zürcher Bibel
Schmach und Schande bedecken mein Angesicht

2 Hilf mir, Gott,
das Wasser steht mir bis zum Hals.
3 Ich bin versunken in tiefem Schlamm,
wo kein Grund ist.
In Wassertiefen bin ich geraten,
und die Flut reißt mich fort.
4 Ich bin erschöpft von meinem Rufen,
meine Kehle brennt, meine Augen ermatten,
da ich harre auf meinen Gott.
8 Denn um deinetwillen trage ich Schmach,
bedeckt Schande mein Angesicht.
9 Entfremdet bin ich meinen Brüdern,
ein Fremder den Söhnen meiner Mutter.
10 Denn der Eifer für dein Haus hat mich verzehrt,
und die Schmähungen derer, die dich schmähen,
sind auf mich gefallen.
21Ich hoffte auf Mitleid, doch da war keines,
auf Tröster, doch ich fand sie nicht.
22 Gift gaben sie mir zur Speise
und Essig zu trinken für meinen Durst.
30 Ich aber bin elend und voller Schmerzen,
deine Hilfe, Gott, beschütze mich.

(Ps. 69,2-4.8-10.21b-22.30)

Tagesgebet mit Worten von Astrid Reglitz
Unser Herr Jesus Christus,
wir gehen hinauf nach Jerusalem,
mit Dir.
Wir hören den Jubel,
aber auch die Worte, die töten wollen.
Wir sehen die Begeisterung, aber auch den Hass.
Wir spüren, welche Abgründe in uns stecken.
Schenke uns Klarheit, Herr,
über unsere Ängste und Aggressionen.
Hilf, dass wir bei Dir bleiben.
Das bitten wir Dich als unseren Herrn und Bruder.
Hosianna, gelobt seist Du, Sohn Davids.
Du erhebst die Niedrigen.
Du bist der Trost der Verzweifelten.
Dir vertrauen wir uns an.
Amen

Lesung 
Der Predigttext steht im Evangelium nach Markus im 14. Kapitel, Verse 1-9:
Tötungsplan und Salbung in Betanien
1 Es war aber zwei Tage vor dem Fest des Passa und der ungesäuerten Brote. Und die Hohen Priester und Schriftgelehrten suchten Mittel und Wege, wie sie ihn mit List festnehmen und töten könnten. 2 Sie sagten nämlich: Nicht am Fest, damit kein Aufruhr entsteht im Volk.
3 Als er in Betanien im Haus Simons des Aussätzigen war und bei Tisch saß, kam eine Frau mit einem Alabastergefäß voll echten, kostbaren Nardenöls; sie zerbrach das Gefäß und goss es ihm über das Haupt. 4 Da wurden einige unwillig und sagten zueinander: Wozu geschah diese Verschwendung des Öls? 5 Dieses Öl hätte man für mehr als dreihundert Denar verkaufen und den Erlös den Armen geben können. Und sie fuhren sie an.
6 Jesus aber sprach: Lasst sie! Was bringt ihr sie in Verlegenheit? Sie hat eine schöne Tat an mir vollbracht. 7 Arme habt ihr ja allezeit bei euch und könnt ihnen Gutes tun, sooft ihr wollt; mich aber habt ihr nicht allezeit. 8 Was sie vermochte, hat sie getan. Sie hat meinen Leib im Voraus zum Begräbnis gesalbt. 9 Amen, ich sage euch: Wo immer in der ganzen Welt das Evangelium verkündigt wird, da wird auch erzählt werden, was sie getan hat, zu ihrem Gedächtnis.

Lied: 91, 1-3 Herr stärke mich (Helmut Binder)
1. Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, / die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen.
2. Vereint mit Gott, ein Mensch gleich uns auf Erden und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden, / an unsrer Statt gemartert und zerschlagen, die Sünde tragen: / (Phil 2,8)
3. welch wundervoll hochheiliges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, so zagen meine Kräfte, mein Herz erbebt; ich seh und ich empfinde den Fluch der Sünde

Zur Predigmeditation von Stefan Buschauer (Michael Meyer)
Sehen Sie, was ich da in der Hand halte? Eine Schale mit Olivenöl und ein Stück Brot. Ursprünglich wollten wir alle im Familiengottesdienst einladen, sich ein Stück Brot zu nehmen und es in Olivenöl zu tunken. Dazu hätten wir einander mit einem duftenden Öl gegenseitig einen Tupfer auf der Stirn gemacht.
Leider dürfen wir das nicht in der Corona-Krise. Aber das fühlt sich nicht nur gut an, sondern es tut auch gut. Wenn Sie zuhause ein wenig Öl und Brot haben, tun Sie es zuhause und essen? Vielleicht zu zweit oder mit Kindern in der Familie.
Wir tun das ja viel zu wenig in unserer Gesellschaft. Vielleicht ist das auch eine Chance jetzt in der Krise: Dass wir doch auch ein wenig einmal auf einander acht geben, uns gegenseitig Gutes tun, uns einander zuwenden und füreinander da sind?
Ganz zärtlich salbt die Frau in dem Evangelium Jesus. Mit Leib und Seele ist sie dabei. Auf unserer Homepage können Sie eine wunderbare Auslegung dazu von Stefan Buschauer lesen. Klicken Sie sich hinein!
Wo immer aber von Palmsonntag zu erzählen ist, da wird auch von dieser Salbung im Vorfeld des Einzugs von Jerusalem zu erzählen sein. Möge sie auch für all jene stehen, die jetzt mit all ihrer Hingabe und Kraft Menschen beistehen: Zuhause, in Heimen und Spitälern, als Ärzte, Krankenpflegende oder als Mitarbeitende in Apotheken und Supermärkten. Nicht zu vergessen all jene, die für unsere Kinder da sind, die für die öffentliche Ordnung sorgen als Polizisten oder Sicherheitspersonal, als Chauffeure und Eisenbahnschaffner und –schaffnerinnen.
Sie alle sind die, die heute das Salböl der Frau in Bethanien weitergeben. Wie gesagt: Stefan Buschauer legt diese Geschichte aus. Und wir wünschen Ihnen in ihrem Tun und Lassen zuhause und im Einsatz für die Nächsten Gottes reichen Segen. Und sollten Sie selbst krank sein, so nehmen Sie den Dienst der anderen nicht ohne Dank an. Denn was andere so oft Verschwendung nennen, das ist in Wahrheit schlicht soziales Engagement: Liebe im Dienst am Nächsten. Amen.

Predigtmeditation von Stefan Buschauer
Palmsonntag, Jesus zieht ein in Jerusalem. Die Menschenmenge jubelt ihm zu. Sie hofft auf den König, auf den alle warten, auf den, der alles besser macht als die anderen Könige und Herrscher. Sie hoffen auf den, der sie von den Zwängen der regierenden Machthaber befreit. Die Erwartungen sind hoch. Doch Jesus will ein solcher König nicht sein. Ihm geht es ums Grundsätzliche, es geht ihm um Menschen, die versöhnt mit Gott, mit sich und allen Menschen auch mit den ungeliebten Machthabern sind und frei und unbelastet aufeinander zugehen. Das verstehen die Menschen nicht! Die Stimmung schlägt bekanntlich an Karfreitag um. Enttäuschung macht sich breit. Die Verehrung kippt in Verachtung über. Der Hochgejubelte wird schmählich fallen gelassen. Es geht um Treue und Verrat. Es geht um Grundsatzentscheidungen. Welchen Standpunkt nehmen wir ein? Welche Richtung schlagen wir ein? Wie entscheiden wir uns? Wo stehen wir?
In Mitten dieser Fragen kommt die Frau ohne Namen (könnte hier Dein Name stehen, liebe Leserin und Leser?) und salbt Jesus mit kostbarem Öl, das kostbarer scheint als Gold. Das Salben des Kopfes ist ein sehr inniger und auch erotischer Vorgang. Damit zeigt sie ihre wahre Zuneigung und Liebe zu Jesus mit ihrem ganzen Sein, mit Körper, Geist und Seele. Jesus ist für sie auch der König. Es ist nichts zu teuer für ihn. Geben wir nicht (fast) alles her, für jemanden, den wir lieben? Für die Frau ist Jesus der König, der Herr, für den sie alles hergibt. Ihr Handeln wird zum Zeichen für uns. Wie stehen wir zu Anbetung und Hingabe, wenn es um die Person Jesu geht? Suchen wir die Erkenntnis Gottes im Menschen Jesu? Versuchen wir das Wesentliche aufzuspüren, worauf es in der Beziehung zwischen Gott und Mensch und den Menschen untereinander ankommt?
In Mitten dieser Fragen kommen Stimmen des Verantwortungsgefühls und der Sittlichkeit auf. Auch diejenigen, die das Handeln der Frau beanstanden, sind ohne Namen (könnte Dein Name stehen?). Es ist doch nicht angemessen noch zweckmäßig, was die Frau da tut!
Es geht darum den König, Gott, sichtbar zu machen! Die Kritiker, die auf Vernunft, auf das Praktische und auf die Wirtschaftlichkeit setzten, begreifen offenbar die Handlung der Frau nicht und was es mit Jesus als den Christus auf sich hat.
„Arme habt ihr ja alle Zeit bei euch und könnt ihnen Gutes tun, sooft ihr wollt; mich aber habt ihr nicht alle Zeit.“ (Mk 14,7) Unser ethisches Handeln kommt erst aus der Hingabe an den Herrn und Gott zur Entfaltung. Nicht, weil wir Gott gefällig sein wollen und können, sondern es wird selbstverständlich aus der bedingungslosen Liebe Gottes zu uns.
Die Frau soll in unserem Gedächtnis bleiben, weil sie das tut, was in Gottes Augen das Wichtigste ist. Sie liebt bedingungslos! Sie bekennt ohne Worte:
Jesus ist der Herr der Welt. Christus – durch sein Leiden am Kreuz und seine Auferstehung – geht durch den Tod ins Leben. Christus, der Herrscher, indem er auf Macht und Recht wie wir es verstehen, verzichtet.
Wer hat es verstanden, wenn nicht diese Frau.

Orgelmeditation (Helmut Binder)

Fürbittengebet
Mit ausgestreckten Händen
Halten wir dir die Herzen hin und bitten dich:
zieh ein in unsere Leben,
unsere Herzen und Sinne,
in unsere Häuser und Herzen.

Höre uns.
So beten wir
für die Kranken
für die, denen keine Medizin mehr helfen kann,
für die, die einsam sterben,
für die, die unter der Last dieser Tage zusammenbrechen.
Komm zu ihnen mit deiner Liebe und heile sie.

Höre uns.
So beten wir
für die Menschen,
die in Krankenhäuser und Pflegeheimen arbeiten,
in Feuerwachen und Apotheken,
in Kindergärten und Supermärkten,
in Laboren und in Ställen,
in Ämtern und Gemeinden.
Komm zu ihnen mit deiner Freundlichkeit und behüte sie.

Höre uns.
So beten wir
für die Menschen,
die in der Sorge dieser Tage in Vergessenheit geraten,
die Flüchtlinge,
die Opfer von häuslicher Gewalt,
die Verwirrten und Missbrauchten,
die Hungernden,
die Einsamen.
Komm zu ihnen und rette sie.

Höre uns.
So beten wir
und danken dir für den Glauben.
Wir danken dir,
weil wir zu dir und zueinander gehören.
Wir danken dir
für die Zeichen der Liebe und Verbundenheit,
für die freundlichen Worte,
für die Musik.
Wir danken dir für dein Wort und deine weltweite Kirche.
Wir wollten dir entgegengehen
und hineinziehen in deine Stadt.
Und wir erleben es:
Du gehst mit uns durch diese Zeit
Heute, in diesen Tagen der Passion,
und jeden neuen Tag. Amen.
© https://www.velkd.de/gottesdienst/wochengebet.php – abgeändert von Michael Meyer

Vater unser (gesungen zur Gitarre)
Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Abkündigungen
Die Kollekte des heutigen Sonntags erbitten wir für unser neuerbautes Gemeindezentrum. Angesichts der Corona-Krise wird es schwer werden, alle eingegangenen Verpflichtungen pünktlich einzuhalten. Wir hoffen auf die Unterstützung der Gemeinde und danke für die Einzahlung auf das Pfarrgemeindekonto. Sie können Ihre Kollekte auch in einem Briefumschlag in unseren Briefkasten legen.
In der Karwoche werden wir die Heilandskirche in Dornbirn täglich von 15 – 17 Uhr für Betende offen halten.
Pfarrer Meyer wird in ORF Vorarlberg jeweils um 11:45 Uhr von Montag bis Freitag mit einem Gedanken zum Tag zu hören sein.
Am Gründonnerstag, Karfreitag und Ostersonntag feiern wir Gottesdienst online. In den Videoaufnahmen auf der Homepage können sie mit uns feiern – so bleiben wir verbunden, auch wenn wir dieses Jahr nicht in der Kirche sein können.
Im ORF-Fernsehen beginnt am Karfreitag um 9.30 Uhr ein evangelischer Gottesdienst aus der Kapelle des Evangelischen Zentrums in Wien. Der lutherische Bischof Michael Chalupka und Pfarrerin Anne Tikkanen-Lippl feiern mit der Fernsehgemeinde in ORF 2.
Karfreitag wird der Gottesdienst in Vorarlberg um 19 Uhr im Dom zu Feldkirch live vom ORF übertragen. In diesem Gottesdienst hat Bischof Benno Elbs die evangelische Pfarrerin in Feldkirch, Barbara Wedam, eingeladen die Predigt zu halten. Auf diese Weise setzen unsere Kirchen gemeinsam ein Zeichen für den höchsten Feiertag unserer Kirche.
Am Ostermontag wird der Gottesdienst aus Mödling (NÖ) um 10 Uhr auf den Regionalsendern des ORF ausgestrahlt (ausgenommen Radio Wien). Mit der Gemeinde feiert der lutherische Bischof Michael Chalupka gemeinsam mit der evangelischen Ortspfarrerin Anne Tikkanen-Lippl und Diözesan¬kantorin Sybille von Both.
Ich schließe mit einem Wort aus dem Hebräerbrief: Gutes zu tun und mit andern zu teilen vergesst nicht; denn solche Opfer gefallen Gott. (Hebr. 13, 16)

Segen (Michael Meyer)
Gott schenke uns Vertrauen in seine Güte
und bewahre uns an Leib, Seele und Geist.

Liebe stärke unsere Herzen und Sinne,
sie tröste und ermutige uns
damit heilen, trösten und der Hoffnung Rosen streuen.

Dann tragen wir einander auf den Händen,
stärken uns gegenseitig den Rücken
und helfen miteinander
dass niemand unter die Räder kommt.

Der Herr segne und behüte uns
Er lasse sein Angesicht leuchten über uns
und sei uns gnädig,
er erhebe sein Angesicht auf uns
und gebe uns seinen Frieden. Amen.

Orgelnachspiel (Helmut Binder)

 

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Sonntag  29. März 2020, Judika,
5. Sonntag der Passionszeit.

 

Predigttext: Pfarrer Wolfgang Olschbaur
Video – Mitwirkende: Pfarrer Michael Meyer, Lektorin Lenka Gajdosova, Organistin Stefanie Preisl, Querflöte: Samira Meyer.

ORGELMUSIK (Stefanie Preisl)
Vorspiel: Johann Ludwig Krebs, Jesu meine Freude,

VOTUM (Michael Meyer)
Unser Anfang steht im Namen Gottes, der Himmel und Erde gemacht hat und noch erhält

Wochenspruch:
Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse,
sondern dass er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele. Matthäus 20,28

PSALMGEBET

Sende dein Licht und deine Wahrheit,
dass sie mich leiten
und bringen zu deinem heiligen Berg
und zu deiner Wohnung,
dass ich hineingehe zum Altar Gottes,
zu dem Gott, der meine Freude und Wonne ist,
und dir, Gott, auf der Harfe danke, mein Gott.

Was betrübst du dich, meine Seele,
und bist so unruhig in mir?
Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken,
dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist. Psalm 43,3-5

LESUNG Markus 10,35-45 (Lenka Gajdosova)

Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, gingen zu Jesus und sprachen zu ihm:
Meister, wir wollen, dass du für uns tust, um was wir dich bitten werden.
Er sprach zu ihnen: Was wollt ihr, dass ich für euch tue?
Sie sprachen zu ihm: Gib uns, dass wir sitzen einer zu deiner Rechten
und einer zu deiner Linken in deiner Herrlichkeit.
Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr wisst nicht, was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken,
den ich trinke, oder euch taufen lassen mit der Taufe, mit der ich getauft werde?
Sie sprachen zu ihm: Ja, das können wir.
Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr werdet zwar den Kelch trinken, den ich trinke,
und getauft werden mit der Taufe, mit der ich getauft werde;
zu sitzen aber zu meiner Rechten oder zu meiner Linken, das zu geben steht mir nicht zu,
sondern das wird denen zuteil, für die es bestimmt ist.

Und als das die Zehn hörten, wurden sie unwillig über Jakobus und Johannes.
Da rief Jesus sie zu sich und sprach zu ihnen: Ihr wisst, die als Herrscher gelten,
halten ihre Völker nieder, und ihre Mächtigen tun ihnen Gewalt an.

Aber so ist es unter euch nicht; sondern wer groß sein will unter euch,
der soll euer Diener sein; und wer unter euch der Erste sein will,
der soll aller Knecht sein.
Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse,
sondern dass er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele.

Ankündigung:
Wir hören nun das Lied aus dem Evangelischen Gesangbuch Nr. 76: O Mensch, bewein dein Sünde groß
ORGELMUSIK: (Orgel: Stefanie Preisl)

MEDITATION

Die Auslegung des Evangeliums durch Pfarrer Olschbaur können Sie unten nachlesen.
Nicht unser Herrschen, sondern unser Dienen ist gefragt. Gerade jetzt, in schweren Zeiten, sind viele Menschen auf den Dienst derjenigen angewiesen, die helfen und ermutigen. Wir müssen an der Seite derer stehen, die uns brauchen.
Selbstherrlichkeit und Eigennutz sind nicht gefragt. Gewalt erleben in Zeiten der Coronakrise leider die Familien in denen Streit, Missgunst, Angst, Not und Schuld herrschen. Aber Familien können sich auch beraten lassen. Melden Sie sich doch einfach bei der Familienberatungsstelle des IFS in der Kirchgasse 4b in Dornbirn.
Viele in Vorarlberg dienen, sind bereit sich für ein gutes Miteinander einzusetzen. Sie waschen anderen die Füße, statt den Kopf, gehen einkaufen und machen Besorgungen. Ich möchte im Namen unserer Gemeinde dafür danken, dass Sie sich schürzen und dienen.
Denn das Reich Gottes ist das Ende aller Selbstherrlichkeit; aber der Wille Gottes ist es, diese Welt zu retten und zu verwandeln.
Jesus ist seinen Weg gegangen bis zuletzt. Er gab sein Leben als Lösegeld für viele.
Gehen auch wir den uns bestimmten Weg und nehmen das Kreuz auf uns,
und folgen Jesus nach im Dienst aneinander und für diese Welt zur Ehre Gottes.
Pfarrer Michael Meyer

MEDITATION zur Lesung
Da sind Jakobus und Johannes nur einen Augenblick allein mit Jesus, und schon kommen sie heraus mit ihren geheimen Wünschen. Sie wollen Ehrenplätze haben in seiner himmlischen Herrlichkeit. Ganz in seiner Nähe, der eine rechts, der andere links.

Ich verstehe sie ja. Was sie alles geleistet haben für ihn, für seine Sache! Und was sie alles riskiert haben auf dem Weg, den sie mit ihm gegangen sind, was sie alles aufgegeben haben für ihn. Das könnte er jetzt honorieren. Soviel an Hingabe! Ja, da wird man empfindlich, und der Hunger nach Anerkennung wächst. „Tu nun auch was für uns, Herr, wir haben so viel für dich getan!“

Ich verstehe auch, dass sie ihre Sehnsucht nicht für sich behalten, sondern dass sie sie – bei passender Gelegenheit – herauslassen und nicht in ihrem Inneren verbergen. Jetzt sind sie einen Augenblick allein mit ihrem Meister. Ihre Stunde ist gekommen. Das verstehe ich, aber ist ihr Verhalten nicht auch ein bisschen unfair den andern gegenüber? Die haben ja genauso viel getan und erlebt wie sie und haben womöglich dieselben Wünsche. Aber sie sind jetzt nicht hier. Ehrgeiz und Eifersucht, Neid und Animositäten, gibt es auch unter den Jüngern Jesu. Alle wollen in die Nähe der Herrlichkeit. Jeder steht dem andern dabei womöglich im Weg.

Angenommen, „Herrlichkeit“ hat es nicht mit Ruhm und Ehre zu tun, sondern schlicht mit diesem „Herrn“, der selbst auf das Spiel von Macht und Eitelkeit verzichtet hat, der sich keine Gefolgschaft wünscht, die gewaltig waltet und mit Prunk protzt. Dann ist da in seiner Nähe kein Platz für Ehrgeizlinge und Konkurrenzdenker, für Austrickser und Nach-unten-Treter. Er selbst sieht nicht aus wie ein Patriarch, auch nicht wie ein König. Seine Herrschaft tritt er an und kommt auf einem Esel daher. Er verteidigt Kinder gegen Erwachsene, die sich schon verschlossen haben und nicht mehr leichten Sinnes leben können. Und schaut euch sein Umfeld an! Fragwürdige Gestalten sind es mitunter, seine Kumpels. „Cum panis“ sind auf Latein jene, die das Brot miteinander teilen. Ausgesetzte, Abgestempelte, ihrer Würde Beraubte, Kranke, Gescheiterte, sie alle gehören in seine Gesellschaft. Ich sehe keine Honoratioren. Er hält sich keinen Hofstaat, keine Bediensteten, auch keine Gelehrten, nicht einmal Priester. Wie, wenn eine Kirche wirklich die Züge dieses Herrn trägt und die Menschen sagen können: Herr – lich, dass es sowas gibt!

Die Bitte von Jakobus und Johannes beantwortet Jesus mit dem Hinweis, dass jeder den Platz erhalten wird, der ihm zusteht, aber ganz ohne Eifer. Damit lenkt er ihre Gedanken in eine andere Richtung. Nicht himmlische Hierarchie sei das Merkmal ihrer Gemeinschaft. Keiner steht über dem andern, sondern: „Wer unter euch groß sein will, sei euer Diener. Und wer unter euch der Erste sein will, der sei Knecht aller.“

Dienen hat etwas mit Leidenschaft zu tun. Das kann manchmal zum Leiden führen. Jesus fragt die Jünger: „Könnt ihr diesen Kelch trinken?“. „Ja, klar!“, sagen sie selbstbewusst. Jesus wollte den Kelch des Leidens an sich vorübergehen lassen. Aber er hat sich Gottes Willen gefügt und das Leid auf sich genommen. Seine Jünger haben alles versucht, den Leidenskelch nicht trinken zu müssen und sind ins Dunkel der Nacht entschwunden. Vielleicht ist das auch gut so, denn sonst wären sie noch zu Helden geworden und hätten einen Ehrenplatz in Gottes Nähe beansprucht. Die Rolle als „Boten der Gnade Gottes“ steht ihnen besser.
Pfarrer Wolfgang Olschbaur

QUERFLÖTENMUSIK:
(Émile Pessard, Andalouse Op. 20, Querflöte: Samira Meyer)

GEBET

Gott, in Jesus Christus hast du uns das Licht des Lebens geschenkt.
Du lässt das Feuer des Geistes vom Himmel in unsere Herzen fallen.

Wir danken dir, dass du unsere Hilfe und unser Gott bist.
Erleuchte unseren Verstand und lehre uns die Wahrheit, die unserem Leben Sinn gibt.
Erfülle unsere Herzen mit Liebe und bewahre uns vor denen, die Ungerechtigkeit lieben.

Gott, wir bitten dich, lass uns von niemandem ein Opfer verlangen,
aber gib, dass wir fähig werden zur Hingabe.

Nimm von uns den falschen Stolz, den Eigensinn und die Herrschsucht.
Kläre mit deinem Wort unsere verwor¬renen Vorstellungen und hilf uns, aufrichtig zu sein.

Lass uns lieber dich suchen als blind auf unsere eigene Kraft zu setzen.
Befreie uns vom Zwang der Selbsterlösung und schenke uns die Freiheit der Kinder Gottes.

Wir bitten dich um Mut, den Menschen in dieser Welt in deinem Namen zu dienen;
und um Mut, nicht auf Gewalt, sondern auf den langen Atem deiner Liebe zu vertrauen.
Wolfgang Olschbaur

VATER UNSER

Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen

ABKÜNDIGUNGEN (Lenka Gajdosova)

Die Kollekte ist an diesem Sonntag für die evangelische Diakonie bestimmt. Die Diakonie ist mit ihren Spenden für unsere Nächsten da. In Österreich und internationalen
Krisengebieten setzt sie sich mit allen Mitteln ein für Menschen in Not. Auch für Menschen, die durch den Corona-Virus betroffen sind, ist diese Hilfe extrem wichtig. Helfen Sie zu helfen!
Für Ihre Gaben ist die Kirche am Sonntag von 9:30 bis 11:00 Uhr geöffnet. Gott segne Geberinnen, Geber und Gaben. Spenden können auch in einem Kuvert in den Briefkasten des Pfarramtes geworfen, oder auf das Konto der Dornbirner Sparkasse IBAN AT 39 2060 2000 0003 0569 lautend auf die Evangelische Pfarrgemeinde überwiesen werden.

Sie brauchen Hilfe (Besorgungen, Medikamente usw.)? Auf unserer Homepage finden Sie die Telefonnummer von Renate Stöckl. Sie organisiert mit ihrem Team und Uwe Bergmeister die Unterstützung. Für Lustenau hat sich Thomas Hausser bereit erklärt zu helfen. Auch seine Telefonummer finden Sie auf der Homepage. Wir danken für diesen Einsatz.
Ich grüße mit einem Wort auch dem Matthäusevangelium:
Christus spricht: Was ihr getan habt für einen meiner geringsten Geschwister, das habt ihr für mich getan. (Mat. 25, 40)

SEGEN (Michael Meyer)

Der HERR segne dich und behüte dich;
der HERR lasse leuchten sein Angesicht über dir und sei dir gnädig;
der HERR hebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden.

ORGELMUSIK (Stefanie Preisl)
Nachspiel: Schtiler, schtiler. Die Meldodie schrieb ein 11 Jähriger Junge anlässlich eines Wettbewerbes im Gettho 1943 zu einem Gedicht von Shalom Katscherginsky. Orgelsatz: Stefanie Preisl.

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Sonntag Lätare 22. März 2020: Stefan Buschauer

Wochenpsalm: Psalm 84 Zürcher Bibel
Wie lieblich sind deine Wohnungen
1 Für den Chormeister. Nach dem Kelterlied. Von den Korachitern. Ein Psalm.
2 Wie lieblich sind deine Wohnungen, HERR der Heerscharen.
3 Meine Seele sehnt sich, sie schmachtet nach den Vorhöfen des HERRN, mein Herz und mein Leib, sie rufen zum lebendigen Gott.
4 Auch der Sperling hat ein Haus gefunden und die Schwalbe ein Nest, wohin sie ihre Jungen gelegt hat – deine Altäre, HERR der Heerscharen, mein König und mein Gott.
5 Wohl denen, die in deinem Hause wohnen, sie werden dich immerdar loben. Sela
6 Wohl dem Menschen, dessen Zuflucht bei dir ist, denen, die sich zur Wallfahrt rüsten.
7 Ziehen sie durch das Bachatal, machen sie es zum Quellgrund, und in Segen hüllt es der Frühregen.
8 Sie schreiten dahin mit wachsender Kraft, bis sie vor Gott erscheinen auf Zion.
9 HERR, Gott der Heerscharen, höre mein Gebet, vernimm es, Gott Jakobs. Sela
10 Schau, Gott, auf unseren Schild, und blicke auf das Angesicht deines Gesalbten.
11 Denn besser ist ein Tag in deinen Vorhöfen als tausend nach meinem Gefallen, lieber an der Schwelle zum Haus meines Gottes stehen als in den Zelten des Frevels wohnen.
12 Denn Sonne und Schild ist Gott der HERR, Gnade und Ehre gibt der HERR; kein Glück versagt er denen, die in Vollkommenheit einhergehen.
13 HERR der Heerscharen, wohl dem Menschen, der auf dich vertraut.

Predigttext: Jesaja 66,10-14 Zürcher Bibel
Der HERR tröstet

10 Freut euch mit Jerusalem, und jauchzt über sie, alle, die ihr sie liebt! Frohlockt von Herzen mit ihr, alle, die ihr um sie trauert!
11 Damit ihr trinkt und satt werdet an der Brust ihres Trosts, damit ihr schlürft und euch erquickt an ihrer prall gefüllten Mutterbrust.
12 Denn so spricht der HERR: Sieh, wie einen Strom leite ich den Frieden zu ihr und den Reichtum der Nationen wie einen flutenden Fluss, und ihr werdet trinken, auf der Hüfte werdet ihr getragen, und auf den Knien werdet ihr geschaukelt.
13 Wie einen, den seine Mutter tröstet, so werde ich euch trösten, und getröstet werdet ihr in Jerusalem.
14 Und ihr werdet es sehen, und euer Herz wird frohlocken, und eure Knochen werden erstarken wie junges Grün. Und die Hand des HERRN wird sich bekannt machen bei seinen Dienern und sein Zorn bei seinen Feinden.

Predigtmeditation: Stefan Buschauer

Wir stehen in der Passionszeit, in der Zeit, in der wir an das Leiden unseres Herrn denken. Wir stehen aber auch in Zeiten des Corona-Virus‘, von Covid-19. Angst macht sich breit. Wir müssen uns – sogar von der Regierung befohlen – einschränken.
In diese düstere Stimmung platzt unser Bibel-Text herein. Ein Begeisterungsschrei! Ein Osterlicht leuchtet auf! Gott tröstet in dunkler Zeit. Mit seinem Wort lässt er uns nicht allein.
Aber wie er tröstet: nicht in übertriebenem männlichem Gebaren, oder gar heldenhaft, nein, hier zeigt er sich ganz von der weiblichen Seite. Wir sehen das Bild von einer Mutter. Sie steht kurz vor ihrer Entbindung. Die Geburt wird von Gott als Hebamme eingeleitet. Dem Augenblick, bei dem die stolze Mama das Kind mit vollen Brüsten stillen wird, wird freudig und ungeduldig herbeigesehnt. Gott ist es nicht gleichgültig, wenn Israel damals und wir als seine Kinder heute traurig sind.
Da tröstet uns das starke Bild von Gott als Mutter, die ihre Kinder auf dem Arm trägt, sie stillt und auf den Knien liebkost, sehr. Der Satz: „Wie einen, den seine Mutter tröstet, so werde ich euch trösten.“(V 13), lässt mich aufhorchen. Wenn ein Baby angespannt ist, kann beim Stillen gut beobachtet werden, wie es sich langsam entspannt und locker wird. So will Gott uns von unseren Ängsten und Befürchtungen gerade in der dunklen Corona-Virus-Zeit entspannen. Gott will bei uns so nah und intim sein, wie eine stillende Mutter – auch wenn wir das nicht spüren und nicht an ihn denken.
Gott will uns mit neuer Energie und Lebensbejahung stärken – in dieser Zeit! Es ist Frühling. Das Leben erwacht.
Er richtet unseren Blick nach vorne und lädt uns ein, das Ende des Leidens Jesu zu betrachten. Trost finden wir nicht im Leid, nicht im Tod, nicht in der Dunkelheit unseres Daseins. Trost finden wir im Ausruf der beiden Engel beim leeren Grab zu den ratlosen Jüngerinnen am Ostermorgen: „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?“ Er ist nicht hier, er ist auferweckt worden. Wie er gesagt hat.“ (Lk 24,5f.). Das Auferstehungsereignis – dieses göttliche Wunder – das wir nicht mit dem Verstand, sondern nur mit dem Herzen verstehen können, lenkt unsern Blick nach vorne.
„Ihr werdet es sehen, und euer Herz wird frohlocken, und eure Knochen werden erstarken wie junges Grün.“(V14). Freude ist möglich auch in diesen Tagen, wo wir Gott vertrauen und uns in seinen Schoß legen. Er liebt uns noch viel mehr als eine Mutter. Entspannen wir uns!

Tagesgebet: Kerstin Tiemann und Stefan Buschauer

Herr, lass mich Freude finden im Leben
und zuversichtlich schauen auf das, was kommt.
Denn Du bist wie eine Mutter, die ihr
Kind stillt und Trost spendet und es trägt,
dass es wieder fröhlich wird.
In unserer schweren und unsicheren Zeit wegen des Corona-Virus‘
Ist diese, Deine Zusage für uns besonders wichtig!
Herr, nimm unsere Angst und lass uns zuversichtlich
Auf Dich schauen.
Amen

Vater unser

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Meditation zu Luk. 9, 57-62 – Sonntag Okuli, 15. März 2020
Evangelium nach Lukas im 9. Kapitel: Pfarrer Michael Meyer

Psalm 34

Ich will den HERRN loben allezeit;
sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein.
3 Meine Seele soll sich rühmen des HERRN,
dass es die Elenden hören und sich freuen.
4 Preiset mit mir den HERRN
und lasst uns miteinander seinen Namen erhöhen!
5 Da ich den HERRN suchte, antwortete er mir
und errettete mich aus aller meiner Furcht.
6 Die auf ihn sehen, werden strahlen vor Freude,
und ihr Angesicht soll nicht schamrot werden.
7 Als einer im Elend rief, hörte der HERR
und half ihm aus allen seinen Nöten.
8 Der Engel des HERRN lagert sich um die her,
die ihn fürchten, und hilft ihnen heraus.
9 Schmecket und sehet, wie freundlich der HERR ist.
Wohl dem, der auf ihn trauet!
10 Fürchtet den HERRN, ihr seine Heiligen!
Denn die ihn fürchten, haben keinen Mangel.

Meditation zu Luk. 9, 57-62 – Sonntag Okuli, 15. März 2020
Evangelium nach Lukas im 9. Kapitel:

57 Und als sie auf dem Wege waren, sprach einer zu ihm: Ich will dir folgen, wohin du gehst. 58 Und Jesus sprach zu ihm: Die Füchse haben Gruben und die Vögel unter dem Himmel haben Nester; aber der Men-schensohn hat nichts, wo er sein Haupt hinlege.
59 Und er sprach zu einem andern: Folge mir nach! Der sprach aber: Herr, erlaube mir, dass ich zuvor hingehe und meinen Vater begrabe. 60 Er aber sprach zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh hin und verkündige das Reich Gottes!
61 Und ein andrer sprach: Herr, ich will dir nachfolgen; aber erlaube mir zuvor, dass ich Abschied nehme von denen, die in meinem Hause sind. 62 Jesus aber sprach zu ihm: Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zu-rück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes. (Lutherbibel)

Wenn Jesus ruft: „Folge mir nach!“, dann ruft durch ihn Gott uns in die Nachfolge. Ein Ruf, der alles auf den Kopf stellt. Wir verstehen ihn gut, wenn wir bedenken, wie drastisch der Ruf ist, der gerade jetzt alles öffentli-che Leben lahm legt und uns in die Häuser zwingt. Alle Gewohnheiten werden über den Haufen geschmissen: Schule, Betrieb und Gottesdienste, alles öffentliche Leben steht still! Ins Haus gezwungen, sollen wir 25 % we-niger Sozialkontakte pflegen als sonst, damit die Vermehrung des Corona-Virus so niedrig wie möglich bleibt. Es geschieht, um Unheil zu vermeiden, mit radikalen Schnitten in unser Leben.
Auch der Nachfolgeruf Jesu ist drastisch. Sein Ruf setzt alle üblichen Maßstäbe außer Kraft: Begräbnisse, die sich mit dem Tod und den Toten befassen, das Dach über dem Kopf, die Sorge um das Auskommen, die alltäg-lichen Kontakte, der Rückblick in die Vergangenheit. Alles wird außer Kraft gesetzt, wenn Jesus ruft, denn mit ihm beginnt die neue Welt, das Reich Gottes – und zwar nicht später, sondern jetzt sofort.
Anders als beim Corona-Virus beruht der Ruf Jesu aber auf einer guten Nachricht: Ob Menschen leiden, weil sie krank sind, oder ob sie Angst haben oder ohne Obdach sind, ob Menschen an der Grenze hilflos unbarmherzi-gen Verhältnissen ausgesetzt sind, oder vor dem syrischen Bürgerkrieg flüchten: Gottes Reich beginnt und es beginnt jetzt.
Es braucht allerdings viel Vertrauen, dass Gott in Jesus diese Veränderung zum Guten möglich ist. Vertrauen in Gott, dass keine Selbsttäuschung ist, keine „billige Gnade“ die sagt: „Gott ist eh jedem gnädig.“ Kein Ausverkauf der Hoffnung, niemand der abwiegelt und sagt „es wird schon wieder“. Denn der Weg ist unwegsam. Aber es ist Gottes Weg in Jesus Christus heute und sein Reich bricht an: jetzt!
Ja, in seiner Nachfolge betrachten wir den Weg Jesu ins Leid, die Hingabe am Kreuz. Der Weg der Gnade ist teuer! Der Ruf in die Nachfolge ist auch ein Ruf zur eigenen Hingabe, die Bereitschaft Jesu Kreuz aufzuneh-men heute, und mitzutragen am Leid dieser Welt. „Und ob ich schon wanderte durch das finstere Tal, fürchte ich kein Unglück, denn Du bist bei mir.“ (Ps. 23)
Ja, wer Gott vertraut, kann krank werden. Aber ganz gleich, ob Krankheit, Schuld oder die Not mit dem Tod uns umtreibt: sein Licht scheint jetzt. Es leuchtet den Weg aus, mag er auch schwer sein. Und wir gehen in dem Wissen: Gott kennt die Lösung für das exponentielle Wachstum des Bösen auf dieser Erde sehr wohl: In Jesus stirbt er daran, unschuldig – und bahnt gerade so den Weg für eine neue Welt in der das Licht der Auferste-hung scheint.
Lassen wir uns also rufen und tragen diese Botschaft heute zu den Leidenden und Zukurzgekommen, zu allen, die in Angst leben in der großen Krise der Welt.
Es macht Sinn nach vorn zu schauen! Das Reich Gottes ist auf dem Weg und bricht sich Bahn! Schauen wir vorwärts, damit der Pflug in der Bahn bleibt und die Furche gerade wird, wenn wir uns einsetzen für das Reich Gottes. So wird das Feld bestellt für den großen Tag, an dem Gottes Reich beginnt.
Gebe Gott, dass wir einander beistehen und weiterhelfen, in diesen Zeiten, einander Frieden wünschen und den Rücken stärken. Dann bleibt die Hoffnung und wächst das Vertrauen, und wir spüren das Reich Gottes beginnt heute! Amen. (Michael Meyer)

Gebet
Du Gott des Lebens, Jesus Christus,
du rufst uns und wir wollen dir nachfolgen.
Du rufst uns, aber wir sind unsicher.
Du rufst uns, aber wir fürchten uns.
Ungewissheit und Angst erfüllen unsere Gedanken.
Wir sind in Sorge.
Wir sorgen uns um unsere Lieben.
Wir vertrauen sie deiner Fürsorge an.
Behüte und bewahre sie.
Wir vertrauen uns deiner Fürsorge an.
Behüte uns und bewahre uns.
Kyrie eleison – Christe eleison – Kyrie eleison
Krankheit bedroht die Schwachen.
Wir sind hilflos.
Wir wissen, dass wir sie nicht schützen können.
Wir vertrauen die Kranken deiner Fürsorge an.
Behüte und bewahre sie.
Wir bitten für die Sterbenden –
in unserer Nähe und in aller Welt.
Behüte sie und erbarme dich.
Wir danken dir für alle,
die in Krankenhäusern, Laboren und Ämtern arbeiten
und sich um das Wohl aller mühen. Behüte und leite sie und erbarme dich.
Kyrie eleison – Christe eleison – Kyrie eleison
Der Krieg in Syrien endet nicht.
Wir hören von den Flüchtlingen,
Sie wollen der Gewalt entkommen.
Behüte und bewahre sie.
Wir hören von den Kindern in Lagern und auf der Flucht.
Sie werden für fremde Machtinteressen benutzt.
Wir wissen, dass unser Mitleid nicht genügt.
Behüte und bewahre sie.
Wir hoffen auf das Ende der Gewalt.
Leite die Mächtigen.
Kyrie eleison – Christe eleison – Kyrie eleison
Du Gott des Lebens, Jesus Christus,
du rufst uns und wir wollen dir nachfolgen.
Hilf deiner Gemeinde,
mache ihren Mut größer als ihre Furcht,
tröste sie in Angst,
begeistere sie,
erfülle sie mit Liebe
damit sie deine Liebe weitergibt.
Du rufst uns und wir danken dir
für den Mut, für den Trost und für deine Liebe.
Heute und alle Tage.
Amen.
Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
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