Roma in Dornbirn

Presseerklärung des Presbyteriums der Evangelischen Pfarrgemeinde A.u.H.B. Dornbirn

„Die evangelische Pfarrgemeinde steht hinter ihrem Pfarrer.“
In der Sitzung vom 18. November hat sich die Gemeindevertretung hinter ihren Pfarrer Michael Meyer gestellt. Sie wird ihn bei der Unterbringung und überbrückenden Versorgung der armen rumänischen Familie, deren Kind als Frühchen in Dornbirn im Oktober zur Welt kam, unterstützen.
Damit setzen wir als evangelische Gemeinde ein Zeichen. Menschen sind immer unabhängig von Ihrer Herkunft, Ausbildung und Geschichte als Menschen zu sehen und zu behandeln. Als Men-schen in Not und großer Bedrängnis benötigen sie Unterstützung.
Wir begrüßen, wenn sich die öffentlichen Stellen in Stadt und Land sowie die sozialen Einrichtun-gen um die provisorische Unterbringung und einen menschenwürdigen Umgang mit den Notrei-senden bemühen.
Wir hoffen auch, dass durch die Hilfe aus Vorarlberg die Werke „Concordia“ und „Elijah“, die Pater Georg Sporschill in Rumänien gegründet hat, nachhaltig gefördert werden können, damit die Men-schen ihre Heimat nicht verlassen müssen.
Wir sind uns darüber im Klaren, dass wir Europas Armutsprobleme nicht in Dornbirn lösen können. Wir sind bereit mitzuhelfen, damit vor Ort Armut gelindert und wo möglich überwunden werden kann. In einem sich verändernden Europa geht es neben der Sorge um unsere eigenen Mitbürger, die in Not und Armut geraten sind auch darum dafür Sorge zu tragen, dass Minderheiten in ihren Menschenrechten geschützt und in ihrer Kultur angemessen gefördert werden. Dies gilt gleicher-maßen für die schon im Holocaust verfolgten Sinti und Roma.
Für uns als evangelische Christen hat das Wort der Bibel Vorrang. Wenn wir uns heute für jene Menschen einsetzen, die auf Grund ihrer Herkunft in der Gefahr stehen, in Europa an den Rand gedrängt zu werden weil sie nirgends erwünscht sind, so tun wir das, um dem Frieden zu dienen und dem Ruf Jesu zu folgen, der spricht: „Ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gege-ben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen. Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet. Ich bin krank gewesen und ihr habt mich besucht. Ich bin im Gefängnis gewesen und ihr seid zu mir gekommen.“ (Mt 25,35–36).