Burg Finstergrün

„FREIHEIT“ auf Burg Finstergrün

15. Juni 2017

Treffpunkt 7:45 Uhr Dornbirn, Heilandskirche Rosenstraße 8

Langsam aber sicher trudeln Kinder, Jugendliche und Betreuer ein. Eltern schwer bepackt mit Koffern, Taschen und Kindern nähern sich dem Bus.
Hans, unser Busfahrer, packt mit einer Engelsgeduld die vielen Taschen, Kisten, Koffer in seinen Bus. Links die Koffer, rechtes Fach für die Betreuerkisten, Instrumente und „bruchgefährdeten“ Dinge.

Es lässt sich schwer herausfinden, wer erwartungsvoller in das Burgwochenende startet. Kinder, Jugendliche, Betreuer – oder doch die Eltern, die sich auf ein Wochenende „ohne“ Kinder freuen?! Egal, alle Kinder noch einmal eine Runde austoben rund um die Kirche, dann Schlange stehen vor der Toilette und ab in den Bus. Schwierigste Aufgabe hat jetzt Doris: Alle in dem „Ameisenhaufen“ Bus zählen.

Gut! Alle da! Und noch nicht einmal 5 Minuten später als 8 nimmt Hans sein Mikrofon, erklärt uns die „Regeln“ in seinem Bus und schon können wir starten.

Ab auf die Autobahn, langsam kehrt Ruhe ein, jeder scheint seinen Platz und Partner gefunden zu haben. München – war ja klar, wir stehen im Stau. Egal, kleine Stadtrundfahrt und dann wieder Richtung Salzburg auf die Autobahn. Aber jetzt erst einmal eine Pause.

Raus aus dem Bus, ab Richtung Toilette, jausen und ein bissel austoben

Weiter geht’s. Damit die Fahrt nicht zu langweilig wird geht es jetzt auch erst mal an ein weiteres heikles Thema: Gruppenaufteilung, Betreuerzuordnung und Zimmerverteilung. Aber widererwarten hat Doris alles so perfekt geplant, dass es keinen Diskussionsbedarf hat und alle mit den Einteilungen einverstanden sind.

Nach gefühlten 1000 Fragen, wann wir endlich da sind und einer weiteren Pause kommen wir gegen 15 Uhr in Ramingstein an.

Die fleißigen Helfer der Burg kommen unser Gepäck abholen und die Kids dürfen sich auf dem Weg hoch zur Burg noch mal austoben.

Nachdem die Burg gestürmt, die Zimmer erobert, die Betten bezogen, die Koffer ausgepackt wurden gab es ein großes Zusammentreffen um alle Details des restlichen Tages zu besprechen.

Nach dem Abendessen durften wir am Lagerfeuer Stockbrot und Marshmallows grillen und haben den Abend mit einem „Räuber und Gendarm“-Spiel im Dunkeln mit Taschenlampen ausklingen lassen.

Unser Burg-Gespenst hat die Zimmer Punkt Mitternacht besucht, bevor alle in den tiefen Schlaf gefallen sind.

Freitag, 16.06.2017

7:45 Uhr – der erste Tischdienst beginnt seine Arbeit. Gar nicht so einfach, denn man muss sich erst einmal orientieren und schauen. Aber unsere jugendlichen Team-Betreuer haben alles toll ich Griff. Kurze Ansage zum Tagesablauf und dann geht es auch schon gut gestärkt in den Tag.

Das Filmteam beginnt mit der Arbeit. Das feste Team mit David, Luca, Florian, Emma, Stella, Max und Nora wird von Doris und Katharina gecoacht und begleitet. Nun geht es los mit den Probenarbeiten.

Unterstützt von Céline und Nico stürzen sich Emma und Stella in die Kreativarbeit, während Nora und Benjamin in ihre Rollen unterwiesen werden und schon mal ein paar Proberunden. Allerdings, so offen, freundlich und herzlich auf Menschen zuzugehen hat sich unerwartet als auf die Dauer schwierig für Benjamin erwiesen. Max springt kurz vor der Mittagspause für ihn ein.

Nach dem Mittagessen ist ein Teil des Filmteams wieder an die Arbeit während die anderen an einer Burgführung teilgenommen haben. Das Burgfräulein hat aus dem Nähkästchen geplaudert und auch wenn nicht alle Lust auf die Führung hatten, so war es doch wichtig, denn viele Infos würden noch weiterhelfen.

Gegen 15 Uhr wartete Burgvogt Anna am Kletterpark auf uns. In 2 Gruppen haben sich mutige Kletterer auf den Parcours gewagt. Alle mit Erfolg, einige mit Wiederholung und Lust auf mehr, ––manche ohne zukünftigen Bedarf nach dem nochmaligen Adrenalinkick. Viele haben sich dabei selbst überwunden, für manche war es eine echte Herausforderung den ganzen Parcour durch zu stehen.

Glücklich, dass alle wieder heil festen Boden unter den Füßen hatten ging es zum Abendbrot.

Unsere jugendlichen Betreuer Céline und Sophie haben die letzten Wochen damit verbracht, eine Schatzsuche auf die Beine zu stellen. Das ist ihnen auch super gelungen. Vom Turm bis zur Gruft haben 4 Teams um den Sieg gekämpft. Da alle an der Burgführung teilgenommen hatten war es nicht verwunderlich, dass die Teams alle 8 Teile der Schatzkarte entdeckt hatten und zum „Schatz“ gefunden haben. Und wie es sich für Gewinner gehört, durften alle sich etwas aus der Schatztruhe aussuchen.

Da die Abende auf der Burg sehr lang sein können und Kinder, wie wir wissen, eine schier unerschöpfliche Energie an den Tag legen, haben Stella und Emma noch für ein bisschen „Auslauf“ gesorgt und mit dem Schmuggler-Spiel den Abend gekrönt.

Müde Krieger fallen selig ins Bett.

Samstag 17. Juni 2017

Frühstück! Der Tischdienst klappt wunderbar. Verschlafene Gesichter wohin man schaut, das Wochenende scheint ein voller Erfolg zu sein.

Handys, Nintendos etc. sind heute schon gar nicht mehr wichtig.

Während die eine Gruppe sich noch einmal in die Filmarbeit stürzt, genießen die anderen die Burg und ihre Umgebung. Alles wird in Beschlag genommen. Überall ergeben sich Plätze zum Spielen. Jeder findet eine Beschäftigung und genießt die Freiheit. Nebenbei wird noch ein Dank an die Küche geplant und ganz besonders: Die „große“ Jungsgruppe hat Mittagstischdienst.

Kurz vor dem Mittagessen nehmen wir unseren Wiesenstrauß und bedanken uns zusammen mit einem umgedichteten Lied beim Küchenteam für das tolle Essen. Auch noch so mäkelige Kinder haben bisher immer etwas Leckeres gefunden und keiner ist hungrig ins Bett. Man merkt, dass hier noch mit Herz und vor allem viel Liebe gekocht wird.

Unsere Jungs haben sich nicht lumpen lassen und mit dem was Wald und Wiese her geben eine tolle Tischdeko gezaubert. Traumhaft.

Nach dem Mittagessen haben sich alle ein bissel Ruhe verdient.

Am Nachmittag geht es weiter in den Endspurt vom Filmprojekt. Außerdem steht noch einmal das Schmuggler-Spiel an.

Ein ganz besonderer Abend war das. Wir haben an einem Rittermahl im Rittersaal teilgenommen, danach hat Doris eine tolle Andacht im Schein der Kerzen in der Kapelle gehalten.

Eigentlich war noch ein Lagerfeuer in der Ruine geplant, aber das haben wir wegen des starken Windes abgesagt.

Auf Wunsch der Kids (und auch einiger Betreuer) haben wir noch einmal das Schmugglerspiel gespielt. Mit großem Erfolg für beide Teams, denn es hat allen so viel Spaß gemacht, dass ein Ende fast nicht in Sicht war.

Müde, erschöpft und glücklich fallen alle ins Bett und in den verdienten Schlaf.

Sonntag, 18. Juni 2017

Wieder so eine Nacht.

Die vergangen 3 Nächte hat der Finsterling wohl besonders viel Freude an uns gehabt.

Keine Nacht hat er uns durchschlafen lassen und schon gar nicht mit seinen Streichen verschont. Ob die Türen mit Toilettenpapier verhängt waren oder ob Lutscher überall auf dem Gelände verteilt waren (die dann teilweise auch noch unter gefühlt 1000 Schichten von Klebeband lagen). Nicht zu vergessen die Stempelabdrücke an sämtlichen Körperteilen oder die jammervollen Rufe vom Finsterling in der Nacht.

Augenringe sollen ja bekanntlich schön machen und man spart sich das Make up und den Lidschatten.

Ein letztes Mal treffen wir uns zum Frühstück. Etwas gedrückte Stimmung herrscht. Ob das davon kommt, dass wir heute wieder abfahren? Oder davon, dass gleich die Zimmer geräumt – und vor allem aufgeräumt – werden müssen? Kommt glaube ich auf das gleiche heraus.

Jeder packt sich noch eine Jause, dann ab in die Zimmer, die Koffer gepackt, die Bettwäsche verräumt und sämtliches Gepäck in den Transporter geräumt.

Noch ein paar Bilder zum Abschluss gemacht und los geht es zum Bus. Zu Fuß noch einmal die Burg im Rücken und das Versprechen, dass wir uns im nächsten Jahr wiedersehen, stapfen alle in ihren Gruppen zum Bus.

Hans erwartet uns schon und nachdem der Bus gepackt ist, geht’s auch schon wieder los Richtung Heimat.

Kaum auf der Autobahn ist es verdächtig leise. Schlafentzug fordert seinen Tribut.

Auf den letzten 100 km geht Doris noch einmal durch und lässt sich kurze Rückmeldungen geben, was besonders toll war. Zusammengefasst kann man sagen: Das gesamte Wochenende war ein voller Erfolg.

Müde, erschöpft und glücklich fallen sich in Dornbirn am Nachmittag Eltern und Kinder wieder in die Arme.

Aus den Statements der Kinder:

• Alles war einfach super
• Die Burg, das Schmuggelspiel, das Essen
• Das Zimmer, die Ruine, der Hochseilgarten, die Gruppen und Freundschaften
• Der Hochseilgarten, das Schmugglerspiel, die Finsterlinge
• Der Klettergarten, das Essen, das Lagerfeuer, das Schmuggelspiel
• Dass alle miteinander gearbeitet und mitgeholfen haben
• Dass ich neue Freunde gefunden habe und nächstes Mal wieder mitfahre
• Das Feuer mit machen und grillen, die Burg und die Spiele
• Die Streiche, die Filmarbeit, die Spiele und das Essen
• Die Besprechungen, die Filmarbeit, dass die Kinder sich benommen haben