Chajabal

Wir unterstützen ein Projekt in Chajabal:

ESCUELA DE PÁRVULOS BILINGUE -CHAJABAL

Chajabal liegt im zentralen Hochland von Guatemala auf 2700 m Höhe. Die Muttersprache der meisten Bewohner des Bezirkes ist K’iché.

Weil in der Volksschule aber nur in Spanisch unterrichtet wird, gründete das Frauenkomitee von Chajabal 1990 gemeinsam mit engagierten LehrerInnen die Schule. Hinzu kommt eine zweisprachige Vorschulerziehung die den Kindern den Schulanfang erleichtern und ihnen die Angst davor nehmen soll.

Anstelle der früher vom Staat eingesetzten LehrerInnen aus anderen Regionen, die die Sprachbarrieren vergrößerten, gestalten nun Lehrerinnen aus Chajabal zweisprachigen Unterricht. Wichtige Themen werden im Unterricht vermittelt, wie z. B. Gesundheitserziehung und richtige Ernährung sowie Traditionen und traditionelles Wissen der Maya-K’iché.

Den zum Teil unter- bzw. mangelernährten Kindern fehlt oft geeignetes Schuhwerk und warme Kleidung. Begonnen wurde mit einer Gruppe von ca. 50 Drei- bis Sechsjährigen, inzwischen besuchen bereits 150 Kinder die Schule.

Durch die enge Zusammenarbeit der evangelischen Pfarrgemeinde Dornbirn mit dem Frauenkomitee von Chajabal konnte 1998 durch Spenden ein neues, zusätzliches Schulgebäude mit einer kleinen Küche errichtet werden. Die Namen von Kurator Theodor Hladik und Pfarrer Wolfram Neumann stehen nicht umsonst auf diesem Gebäude. Leider kürzte die Rechtsregierung die Mittel, und so dass das Schulfrühstück gestrichen wurde. Früher stellte die Regierung Gemüse und andere nährstoffreiche Nahrungsmittel zur Verfügung) mehr. Spenden dienen dem Erhalt dieser Einrichtung.

Die Institution soll langfristig helfen, die hohe Analphabetenrate in der Region zu senken und mehr SchülerInnen den Zugang auch zu höheren Schulen zu erlauben – inzwischen besuchen bereits einige SchülerInnen höhere Schulen in Olintepeque und Quetzaltenango! Weitere Infos: www.guatemala.at


Notstand im ganzen Land

Guatemala, 18. Okt.2011: Präsident Álvaro Colom rief am Sonntag, 16. Oktober, den nationalen Notstand aus. Seit Dienstag, dem 11. Oktober, werden rund drei Viertel des Landes von starken Regenfällen durchnässt, welche schon mindestens 35 Todesopfer gefordert haben laut Daten der Nationalkoordination für die Reduzierung von Katastrophen (CONRED) vom 18. Oktober. Die Todesopfer gab es in vom Regen aufgeweichten und einstürzenden Häuser und in Folge von Erdrutschen. Oft konnten bei Bergungen nur noch Kadaver „gerettet“ werden. Gemäss ersten Schätzungen wurden unter anderem 738 Schulhäuser zerstört, was 3% der Bildungsstätten entspricht.

Der Direktor der CONRED Alejandro Maldonado spricht des weiteren von 20 Verletzten und zwei verschwunden Personen. Über 5.000 Personen wurden in Notunterkünften aufgenommen, und landesweit wurden insgesamt knapp 7.000 Personen evakuiert.Das Unwetter mit dem nicht sehr poetischen Namen 12E, so das Nationalinstitut für Seismologie, Vulkanologie und Hydrologie (Insivumeh), entspringt dem Tief, welches an der Karibikküste aufkam. Der Notstand, der die nächsten 30 Tage anhalten wird, hat das Ziel, Notfallfondsgeld des Staates für die Unwetterkatastrophe aufzuwenden, die bisher 154.000 Personen betrifft. Um diesen Notfallfonds entbrannte im Kongress eine hitzige Diskussion: Man entzog dem Finanzminister die Kompetenz, à discrettion Gelder für Notfälle zu verteilen, und auferlegte ihm Regeln und Anweisungen, wie er Bericht zu erstatten habe. Der beantragte Betrag von 895 Mio. Quetzaels wurde vorläufig nicht gesprochen, und die notleidende Bevölkerung steht weiterhin im wahrsten Sinne des Wortes „im Regen“.

Anlässlich einer Pressekonferenz gab der Rat der Institutionen für Entwicklung COINDE bekannt, dass bisher für rund 6 Milliarden Quetzales Verluste an Ernte (Mais, Bohnen, Sesam und Gemüse) und Infrastruktur zu verzeichnen sind. Auch diesmal seien vor allem die Regionen betroffen, deren sozialer Standard niedrig ist und die vorwiegend von Indígenas bewohnt sind. COINDE erwarteterwartet einen 50%-igen Anstieg bei den Preisen der Grundnahrungsmitteln.